Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
Grundlagen & Einstieg

BARF-Wochenplan: Beispiel und Grundformel für einen vollständigen Futterplan

„Wie sieht ein richtiger BARF-Wochenplan aus?" ist die meistgestellte Frage von Einsteigern – und die Antwort ist weniger kompliziert als befürchtet. Ein guter Plan hat eine klare Grundformel, zwei oder drei Beispiele, die man anpassen kann, und einen festen Rhythmus für Innereien und Knochen. Dieser Beitrag liefert genau das.

Die BARF-Grundformel: Verhältnis und Mengen

Jede BARF-Ration baut auf zwei Grundregeln auf: der Tagesmenge (wie viel insgesamt) und dem Komponentenverhältnis (was davon was ist).

Tagesmenge: 2–3 % des Körpergewichts für ausgewachsene, normal aktive Hunde. Der genaue Wert hängt von Aktivität, Alter und Kondition ab – unser BARF-Rechner auf barfbike.de liefert dir in Sekunden deinen individuellen Startwert.

KomponenteAnteil an GesamtrationBemerkung
Muskelfleisch~50 %Basis; mindestens 3 Proteinquellen pro Woche
Pansen~20 %magere, günstige Ergänzung
Innereien~10–15 %davon max. 5 % Leber; Niere, Milz, Lunge ergänzen
Rohe fleischige Knochen (RFK)~10–15 %1–2× pro Woche; niemals gekocht
Gemüse~15–20 %püriert oder leicht gedünstet für bessere Verdaulichkeit
Obst~5 %optional; zuckerarme Sorten bevorzugen
Öl (z. B. Lachsöl)1 TL je 10 kg KGtäglich; Omega-3-Versorgung

Richtwerte für gesunde, ausgewachsene Hunde. Welpen, Senioren und kranke Hunde benötigen angepasste Verhältnisse.

Wie viel pro Tag? Zwei Beispiele zum Nachrechnen

10-kg-Hund (2,5 %)30-kg-Hund (2,5 %)
Tagesration gesamt250 g750 g
Muskelfleisch (50 %)125 g375 g
Pansen (20 %)50 g150 g
Innereien (12 %)30 g90 g
RFK (13 %)30 g90 g
Gemüse (15 %)37 g112 g
Öl0,5–1 TL1,5–2 TL

Die RFK-Menge wird nicht täglich gegeben, sondern 1–2× pro Woche in größerer Portion. Einfach über die Woche aufteilen.

Beispiel-Wochenplan: 10-kg-Hund (250 g/Tag)

Der folgende Plan zeigt, wie Abwechslung und Vollständigkeit über die Woche entstehen – nicht täglich perfekt, sondern insgesamt ausgewogen:

TagMuskelfleischPansen/ZusatzInnereienRFKGemüse
MoRindfleisch 125 gPansen 50 gKarotte/Zucchini 37 g
DiPferdefleisch 125 gPansen 50 gLeber 15 gKürbis 37 g
MiHähnchen 100 gPansen 50 gHühnerhals 30 gBrokkoli 37 g
DoRindfleisch 125 gPansen 50 gNiere 15 gKarotte 37 g
FrPferdefleisch 125 gPansen 50 gZucchini 37 g
SaLammfleisch 100 gPansen 50 gMilz 15 gSpinat 37 g
SoRindfleisch 125 gPansen 50 gKalbsrippe 30 gKarotte 37 g

Öl täglich dazu. Innereien-Gesamtmenge: ~45 g/Woche ≈ 6 g/Tag im Schnitt. RFK 2× pro Woche.

Beispiel-Wochenplan: 30-kg-Hund (750 g/Tag)

Gleiches Prinzip, größere Mengen – und ein deutlich größerer wöchentlicher Einkauf:

TagMuskelfleischPansen/ZusatzInnereienRFKGemüse
MoRind 375 gPansen 150 gKarotte/Kürbis 112 g
DiPferd 375 gPansen 150 gLeber 45 gZucchini 112 g
MiHähnchen 300 gPansen 150 gHühnerhälse 90 gBrokkoli 112 g
DoRind 375 gPansen 150 gNiere 45 gKarotte 112 g
FrPferd 375 gPansen 150 gKürbis 112 g
SaLamm 300 gPansen 150 gMilz 45 gSpinat 112 g
SoRind 375 gPansen 150 gKalbsrippe 90 gKarotte 112 g

Öl: 2–3 TL täglich. Wochenbedarf: ~2,6 kg Muskelfleisch, ~1 kg Pansen, ~135 g Innereien, ~180 g RFK, ~784 g Gemüse.

Warum der Rhythmus wichtiger ist als tägliche Perfektion

Ein häufiger Anfängerfehler ist der Versuch, jede einzelne Mahlzeit vollständig ausgewogen zusammenzustellen. Das ist nicht nötig – und nicht praxistauglich. BARF funktioniert nach dem Wochenprinzip: Über 7 Tage stimmt das Verhältnis, an einzelnen Tagen darf eine Komponente fehlen oder überwiegen.

Der Rhythmus, der sich in der Praxis bewährt: Muskelfleisch und Pansen täglich, Innereien 3–4× pro Woche in kleinerer Menge (keine Leber-Überdosierung!), rohe Knochen 1–2× pro Woche. Mehr zur Knochenfütterung im Beitrag Knochenfütterung für Hunde.

Was du für die Woche einkaufst

Mit einem festen Wochenplan weißt du genau, was du brauchst. Das spart Zeit und verhindert, dass du spontan teuer einkaufst. Wer in Berlin wohnt, kann sich die Komponenten direkt von BARFbike nach Hause liefern lassen – portioniert, gekühlt und ohne Schlepperei.

Hygiene beim Auftauen und der Zubereitung ist entscheidend – die wichtigsten Regeln stehen im Beitrag Hygiene beim BARFen. Wer gerade erst umsteigt, findet den richtigen Einstieg in Hund auf BARF umstellen.

Häufige Fragen

Muss ich den Plan exakt einhalten?

Nein. Der Plan ist ein Orientierungsrahmen, kein starres Regime. Wenn du einen Tag keinen Pansen hast, fütterst du mehr Muskelfleisch. Was über die Woche stimmt, reicht aus.

Kann ich mehrere Tage auf einmal vorbereiten?

Ja – das ist sogar empfehlenswert. Portioniere die Wochenration einmal, friere die Portionen einzeln ein und taue jeden Abend die nächste auf. So dauert das tägliche Füttern weniger als eine Minute.

Was mache ich, wenn mein Hund eine Komponente verweigert?

Pansen zum Beispiel wird von einigen Hunden anfangs abgelehnt. Einfach in kleine Stücke schneiden und unter das Muskelfleisch mischen. Nach ein paar Wochen nimmt der Hund ihn meist problemlos.

Wie oft soll ich die Ration anpassen?

Kontrolliere alle zwei bis vier Wochen den Body-Condition-Score. Ist der Hund zu dünn, erhöhe die Gesamtmenge um 10 %. Wird er runder, reduziere Fett oder Gesamtmenge leicht. Der BARF-Rechner hilft dir beim Neuberechnen.

Sascha Wiengarn, Gründer von BARFbike, mit Hündin Ciara

Sascha Wiengarn

Gründer & Geschäftsführer von BARFbike. Schreibt über artgerechte Rohfütterung aus der Praxis eines Berliner BARF-Lieferdienstes. Mehr über BARFbike