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Shopware Content Manager

Shopware strukturierte Daten mit JSON-LD einrichten

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Deine Produktseite zeigt einen Preis, eine Verfügbarkeit und Bewertungen. Ein Mensch sieht das auf einen Blick. Eine Maschine sieht Text — es sei denn, du sagst ihr ausdrücklich, welche Zahl der Preis ist.

Genau das leisten strukturierte Daten: Sie beschreiben den Inhalt einer Seite in einem Format, das Suchmaschinen und andere Systeme zuverlässig auslesen können. Dieser Artikel zeigt, welche Typen ein Onlineshop braucht, wie sie zusammenhängen und wo die häufigste Fehlerquelle liegt.

Der Ertragswerke Content Manager gibt einen Teil davon automatisch aus — FAQPage, Article mit Autor und Herausgeber, Product mit Offer — und lässt darüber hinaus eigenes JSON-LD hinterlegen. Eine Einordnung gleich vorweg: Strukturierte Daten machen Inhalte maschinenlesbar. Ein Rich Result garantieren sie nicht.

Was sind strukturierte Daten in Shopware?

Zusätzliche Angaben im Quelltext einer Seite, die deren Inhalt maschinenlesbar beschreiben. Sie sagen nicht, wie eine Seite aussieht, sondern was sie bedeutet: Dieser Text ist ein Artikel, diese Zahl ist ein Preis, diese Person ist der Autor. Grundlage ist das Vokabular von schema.org.

Der Unterschied zwischen Anzeige und Bedeutung

Für den Leser sichtbar Was die Maschine daraus liest
„24,90 €" im Preisfeld Eine Zahl neben einem Währungszeichen
Mit Product- und Offer-Auszeichnung Preis 24.90, Währung EUR, verfügbar
„Von Sascha Wiengarn" Text unter der Überschrift
Mit Author-Auszeichnung Person mit Name, Rolle und Profil

Wofür das gebraucht wird

Nicht nur für Google. Strukturierte Daten werden von Suchmaschinen, Preisvergleichen, Assistenzsystemen und zunehmend von KI-Systemen ausgelesen. Je eindeutiger die Angaben, desto weniger muss geraten werden — und desto konsistenter erscheint dein Shop über verschiedene Kanäle hinweg.

Was sie nicht sind

Kein Rankingfaktor im engeren Sinn und keine Garantie für eine besondere Darstellung. Suchmaschinen entscheiden selbst, ob und wie sie ausgezeichnete Daten anzeigen. Wer strukturierte Daten einbaut, um damit Rankings zu kaufen, wird enttäuscht — wer sie einbaut, damit seine Angaben korrekt gelesen werden, bekommt genau das.


Warum wird JSON-LD verwendet?

Weil es die Auszeichnung vom HTML trennt. JSON-LD steht als eigener Block im Quelltext, statt in den Textelementen selbst verteilt zu sein. Das macht es leichter zu pflegen, leichter zu prüfen und unabhängig vom Layout — ein Theme-Wechsel bricht die Auszeichnung nicht.

Der Vergleich

JSON-LD Microdata
Position Eigener Block im Quelltext In den HTML-Elementen verteilt
Pflege Zentral An jeder Stelle einzeln
Bei Layoutänderung Bleibt intakt Bricht leicht
Lesbarkeit Übersichtlich Im Markup verstreut
Empfehlung von Google Bevorzugt Wird weiterhin gelesen

Was das praktisch bedeutet

Du kannst die Angaben an einer Stelle pflegen und prüfen, ohne durch Templates zu suchen. Und wenn jemand das Theme anpasst, bleibt die Auszeichnung, wo sie war.


Welche Schema-Typen benötigt ein Onlineshop?

Fünf decken den Großteil ab: Product mit Offer für Verkaufsseiten, Article für redaktionelle Inhalte, Person und Organization für Autor und Herausgeber, FAQPage für Fragen und Antworten sowie LocalBusiness oder Organization für Unternehmensdaten.

Typ Wo Zweck
Product Produktseiten Artikel beschreiben
Offer Produktseiten Preis, Währung, Verfügbarkeit
AggregateRating Produktseiten mit Bewertungen Durchschnitt und Anzahl
Article Ratgeberartikel Redaktioneller Inhalt
Person Artikel Autor
Organization Alle Seiten Herausgeber und Unternehmen
FAQPage Artikel und Money Pages Sichtbare Fragen und Antworten
LocalBusiness / Store Standortseiten Adresse, Öffnungszeiten
BreadcrumbList Alle Seiten Navigationspfad

Womit man anfängt

Nicht mit allem gleichzeitig. Die sinnvolle Reihenfolge orientiert sich am Nutzen:

  1. Product und Offer — betrifft die umsatzrelevanten Seiten
  2. Article mit Person und Organization — für den Ratgeberbereich
  3. FAQPage — dort, wo Fragen ohnehin sichtbar stehen
  4. LocalBusiness — wenn es ein Ladengeschäft oder einen Standortbezug gibt

Die Grundregel für alle Typen

Ausgezeichnet wird nur, was auf der Seite tatsächlich steht. Eine FAQPage-Auszeichnung ohne sichtbare Fragen, ein Preis, der von der Anzeige abweicht, oder ein Autor, der nirgends genannt wird — all das ist nicht nur nutzlos, sondern kann dazu führen, dass die Auszeichnung insgesamt ignoriert wird.


Wie werden Produktpreis und Verfügbarkeit ausgezeichnet?

Über einen Offer-Block innerhalb der Product-Auszeichnung, mit Preis als Zahl, Währung als Code und Verfügbarkeit als definiertem Wert. Entscheidend ist, dass diese Angaben mit dem übereinstimmen, was der Kunde auf der Seite sieht.

Die Kernangaben

Angabe Format Beispiel
Preis Zahl mit Punkt als Dezimaltrenner 24.90
Währung ISO-Code EUR
Verfügbarkeit Definierter schema.org-Wert InStock, OutOfStock
Preisgültigkeit Datum Bei befristeten Preisen
Verkäufer Organization Dein Unternehmen

Die häufigsten Fehler

Fehler Folge
Preis mit Komma statt Punkt Wird nicht gelesen
Währungssymbol statt Code Wird nicht gelesen
Verfügbarkeit statisch auf InStock Weicht von der Realität ab
Preis weicht von der Anzeige ab Auszeichnung wird ignoriert
Bruttopreis ausgezeichnet, netto angezeigt Inkonsistenz

Der letzte Punkt betrifft besonders Shops mit Geschäftskunden: Wird für angemeldete Kunden netto angezeigt, aber brutto ausgezeichnet, passt beides nicht zusammen.

Bewertungen

AggregateRating darf nur ausgegeben werden, wenn tatsächlich Bewertungen vorliegen — mit echtem Durchschnitt und echter Anzahl. Erfundene oder pauschale Werte sind ein klarer Verstoß gegen die Richtlinien und riskieren, dass die gesamte Auszeichnung der Seite unbeachtet bleibt.


Wie werden Autor und Herausgeber angegeben?

Als Person für den Autor und als Organization für den Herausgeber, beide verknüpft mit dem Article. Der Autor ist die Person, die den Text verfasst hat; der Herausgeber ist das Unternehmen, das ihn veröffentlicht. Beides zusammen macht nachvollziehbar, wer für einen Fachartikel einsteht.

Was zum Autor gehört

Angabe Nutzen
Name Grundangabe
Funktion oder Rolle Zeigt Qualifikation
Profilseite Zentraler Anlaufpunkt
sameAs-Verknüpfungen Verbindet mit bestehenden Profilen
Kurzbeschreibung Fachlicher Hintergrund
Foto Wiedererkennung

Was zum Herausgeber gehört

Name, Logo und URL des Unternehmens. Das Logo sollte als absolute URL angegeben werden und eine Mindestgröße haben — ein zu kleines oder relativ verlinktes Logo wird verworfen.

Warum das mehr als Formalie ist

Ein Fachartikel ohne erkennbaren Verfasser ist schwerer einzuordnen als einer mit benanntem Autor und nachvollziehbarem Hintergrund. Das gilt für Leser wie für Systeme, die Inhalte bewerten. Die Auszeichnung allein erzeugt kein besseres Ranking — aber sie macht sichtbar, was ohnehin da ist. Mehr dazu im Ratgeber zu Autorendaten und E-E-A-T.


Wann ist eigenes JSON-LD sinnvoll?

Wenn ein Inhaltstyp abgedeckt werden soll, den die Standardausgabe nicht kennt — etwa HowTo für eine Anleitung, Recipe für ein Rezept, Event für eine Veranstaltung oder Course für ein Schulungsangebot. Dafür lässt sich zusätzliches JSON-LD frei hinterlegen.

Typische Fälle

Typ Anwendung
HowTo Schritt-für-Schritt-Anleitungen
Recipe Rezepte im Lebensmittelhandel
Event Veranstaltungen und Termine
VideoObject Eingebundene Videos
Course Schulungen und Seminare
Service Dienstleistungen ohne Produktcharakter

Wovor man sich hüten sollte

Eigenes JSON-LD ist mächtig und deshalb auch riskant. Zwei Regeln:

  1. Nur auszeichnen, was auf der Seite steht. Eine HowTo-Auszeichnung ohne sichtbare Schritte ist eine Falschangabe.
  2. Nicht doppeln. Wenn Product bereits ausgegeben wird, kein zweites Product ergänzen.

Die Prüfung vor dem Livegang

Eigenes JSON-LD sollte vor der Veröffentlichung durch einen Validator laufen. Ein Syntaxfehler macht den gesamten Block unlesbar — nicht nur die fehlerhafte Zeile.


Wie verhindert man doppeltes Schema-Markup?

Indem geprüft wird, was das Theme bereits ausgibt. Viele Shopware-Themes liefern für Produktseiten schon vollständige Product-Daten. Wird daneben ein zweiter identischer Product-Block erzeugt, entstehen widersprüchliche Angaben auf derselben Seite.

Wie man es feststellt

Quelltext einer Produktseite öffnen und nach den JSON-LD-Blöcken suchen. Erscheint "@type": "Product" zweimal, gibt es ein Problem. Alternativ hilft ein Rich-Results-Test, der mehrfach erkannte Typen ausweist.

Was zu tun ist

Situation Vorgehen
Theme gibt vollständiges Product aus Eigene Product-Ausgabe deaktivieren
Theme gibt unvollständiges Product aus Eine Quelle wählen, die andere abschalten
Theme gibt kein Product aus Eigene Ausgabe nutzen
Unklar Quelltext prüfen, dann entscheiden

Der Sonderfall Organization

Organization-Daten werden häufig gleich von mehreren Stellen ausgegeben — Theme, Cookie-Tool, Bewertungsdienst. Hier lohnt eine bewusste Entscheidung, welche Quelle führt, damit nicht drei unterschiedliche Firmenangaben im Quelltext stehen.

Warum Doppelung schadet

Widersprüchliche Angaben zwingen die auswertende Seite zu einer Entscheidung, die sie auch gegen dich treffen kann. Im ungünstigsten Fall wird die gesamte Auszeichnung der Seite ignoriert — dann hätte man sie sich sparen können.


Wie setzt der Content Manager strukturierte Daten um?

Er gibt einen Teil automatisch aus und lässt den Rest frei pflegen. Automatisch entstehen FAQPage aus den gepflegten Fragen, Article mit Person als Autor und Organization als Herausgeber sowie Product- und Offer-Daten mit Preis, Währung und Verfügbarkeit — bei vorhandenen Produktbewertungen ergänzt um AggregateRating.

Die Bereiche im Überblick

Bereich Herkunft der Daten
FAQPage Gepflegte Fragen und Antworten am Inhalt
Article Artikeldaten, Titel, Datum
Person Konfigurierte Autorendaten
Organization Konfigurierte Herausgeberdaten
Product und Offer Reguläre Shopware-Produktdaten
AggregateRating Vorhandene Produktbewertungen
LocalBusiness / Store Konfigurierte Standortdaten
Zusätzliches JSON-LD Frei hinterlegbar je Inhalt

Warum die Daten aus dem Shop kommen sollten

Preis und Verfügbarkeit aus den realen Shopware-Daten zu ziehen ist der einzige Weg, bei dem Anzeige und Auszeichnung dauerhaft übereinstimmen. Manuell gepflegte Preise in einem Schema-Feld sind nach der ersten Preisänderung falsch — und niemand merkt es.

Die Abschaltbarkeit

Weil doppeltes Markup das größte Risiko ist, sollte sich jede automatische Ausgabe einzeln deaktivieren lassen. Gibt dein Theme bereits vollständige Produktdaten aus, schaltest du die eigene Product-Ausgabe ab und behältst die übrigen Typen.

Das Zusammenspiel mit FAQ

FAQ-Blöcke im Artikel erzeugen die FAQPage-Auszeichnung aus genau den Fragen, die auch sichtbar sind. Damit ist die Grundregel — nur auszeichnen, was dasteht — durch den Aufbau erfüllt. Details bei FAQ und FAQ-Schema.

Kompatibilität

Der Ertragswerke Content Manager ist mit Shopware 6.6 und 6.7 kompatibel. Die Ausgabe erfolgt als JSON-LD im Quelltext der jeweiligen Seite.


Häufige Fragen

Erzeugen strukturierte Daten automatisch Rich Snippets?

Nein. Sie machen Inhalte maschinenlesbar. Ob und wie eine Suchmaschine sie darstellt, entscheidet sie selbst.

Sind strukturierte Daten ein Rankingfaktor?

Nicht im direkten Sinn. Der Nutzen liegt in eindeutigen, konsistenten Angaben — und gegebenenfalls in einer auffälligeren Darstellung, die die Klickrate verbessert.

Was passiert bei fehlerhaftem JSON-LD?

Ein Syntaxfehler macht den gesamten Block unlesbar. Deshalb sollte eigenes JSON-LD vor der Veröffentlichung validiert werden.

Darf ich Bewertungen auszeichnen, die ich nicht habe?

Nein. Erfundene oder pauschale Bewertungswerte verstoßen gegen die Richtlinien und riskieren, dass die Auszeichnung der Seite insgesamt ignoriert wird.

Wie prüfe ich meine Auszeichnung?

Über den Rich-Results-Test von Google und den Schema-Markup-Validator. Beide zeigen, was erkannt wurde und wo Fehler liegen.

Muss ausgezeichneter Inhalt sichtbar sein?

Ja. Das ist die zentrale Regel — besonders bei FAQ. Ausgezeichnete Fragen, die auf der Seite nicht stehen, sind eine Falschangabe.

Was, wenn mein Theme schon Schema ausgibt?

Dann die eigene Ausgabe für diesen Typ deaktivieren. Zwei Product-Blöcke auf einer Seite sind schlechter als einer.


Strukturierte Daten wirken am besten, wenn die Inhalte selbst stimmen: gepflegte Onpage-Signale, sichtbare FAQ und nachvollziehbare Autorendaten. Wie das zusammenläuft, zeigt der Shopware Content Manager.