Shopware interne Verlinkung planen und optimieren
Du hast vierzig Ratgeberartikel. Sechs davon haben keinen einzigen eingehenden Link. Zwölf verweisen nie auf ein Produkt. Und die Kategorieseite, auf die eigentlich alles zulaufen sollte, wird von genau zwei Artikeln erwähnt.
Das weiß niemand, weil es niemand sieht. Interne Verlinkung ist die Aufgabe, die immer als Letztes drankommt und deshalb nie erledigt wird — obwohl sie zu den wenigen SEO-Hebeln gehört, die vollständig in deiner Hand liegen. Dieser Artikel zeigt, wie sich das systematisch angehen lässt.
Der Ertragswerke Content Manager bringt dafür einen Link-Assistenten mit, der passende Ziele vorschlägt und die Textstelle gleich mitliefert. Der eigentliche Nutzen liegt aber in der Gegenrichtung: Er zeigt, welche Artikel verwaist sind und wo der Link zur Pillar-Seite fehlt.
Warum ist interne Verlinkung in Shopware wichtig?
Sie erfüllt zwei Aufgaben gleichzeitig: Sie führt Leser weiter zu dem, was sie als Nächstes brauchen, und sie zeigt Suchmaschinen, welche Seiten zusammengehören und welche davon die wichtigste ist. Anders als externe Links liegt sie vollständig in deiner Kontrolle.
Was interne Links leisten
| Wirkung | Konkret |
|---|---|
| Navigation | Der Leser findet den nächsten sinnvollen Schritt |
| Themenzugehörigkeit | Zusammengehörige Seiten werden erkennbar |
| Hierarchie | Häufig verlinkte Seiten wirken wichtiger |
| Auffindbarkeit | Seiten ohne eingehende Links werden schlechter gefunden |
| Conversion | Der Weg vom Ratgeber zum Produkt wird kurz |
Was interne Verlinkung nicht ist
Sie ist kein Mengenspiel. Der verbreitete Reflex — möglichst viele Links setzen — schadet mehr, als er nützt: Ein Absatz mit fünf Links ist unlesbar, und wenn alles gleich stark verlinkt ist, entsteht keine Hierarchie mehr. Entscheidend sind Relevanz, Hierarchie und ein erkennbarer Nutzen für den Leser.
Der E-Commerce-Sonderfall
Im Shop gibt es zwei Sorten Seiten mit unterschiedlichem Zweck: informierende Inhalte und verkaufende Seiten. Die eigentliche Arbeit besteht darin, beide zu verbinden — in beide Richtungen. Ein Ratgeberbereich, der nie auf Produkte verweist, ist ein Textarchiv. Eine Kategorieseite, die nie auf einen Ratgeber verweist, lässt unsichere Käufer gehen.
Welche Seiten sollten miteinander verlinkt werden?
Solche mit inhaltlicher Nähe und einem erkennbaren nächsten Schritt für den Leser. In der Praxis sind das vier Verbindungen: Cluster zur Pillar, Cluster untereinander, Ratgeber zu Money Pages und Money Pages zurück zu Ratgebern.
Die vier Verbindungen
| Von | Nach | Anlass |
|---|---|---|
| Clusterartikel | Pillar-Seite | Der Artikel vertieft ein Detail des Hauptthemas |
| Clusterartikel | Anderer Clusterartikel | Ein Nachbarthema wird erwähnt |
| Ratgeber | Produkt oder Kategorie | Der Leser braucht jetzt ein Produkt |
| Money Page | Ratgeber | Der Käufer ist noch unsicher |
Die letzte Zeile wird am häufigsten vergessen — und ist oft die wirksamste. Ein Link von der Kategorieseite auf den Vergleichsartikel hält jemanden im Shop, der sonst zum Vergleichen woanders hingegangen wäre.
Wie viele Links pro Seite
Es gibt keine richtige Zahl, aber eine brauchbare Faustregel: so viele, wie inhaltlich begründbar sind, und keinen mehr. Bei einem Fachartikel von 1.500 Wörtern sind drei bis sechs interne Links üblich — verteilt über den Text, nicht als Linkliste am Ende.
Wo im Text der Link steht
Früh im Text wirkt ein Link stärker als in der letzten Zeile. Das gilt besonders für den Verweis auf die Pillar-Seite: Steht er nur im Schlussabsatz, erreicht ihn ein großer Teil der Leser nie. Wichtige Verbindungen gehören dorthin, wo das Thema zum ersten Mal aufkommt.
Wie findet man fehlende interne Links?
Nicht durch Durchklicken. Bei mehr als zwanzig Inhalten braucht es eine Auswertung, die drei Fragen beantwortet: Welche Seiten haben keinen eingehenden Link? Welche Cluster verweisen nicht auf ihre Pillar? Und wo wird ein Thema erwähnt, zu dem es bereits einen Artikel gibt?
Die drei Lückentypen
| Lücke | Warum sie entsteht |
|---|---|
| Verwaiste Seite | Beim Anlegen wurde nirgends darauf verwiesen |
| Fehlender Pillar-Link | Der Artikel entstand vor der Übersichtsseite |
| Ungenutzte Erwähnung | Das Thema wird genannt, aber nicht verlinkt |
Der dritte Typ ist der ergiebigste. In vorhandenen Texten stehen bereits die Begriffe, zu denen es inzwischen eigene Artikel gibt — sie sind nur nicht verlinkt, weil der Artikel damals noch nicht existierte.
Warum das manuell nicht funktioniert
Bei vierzig Artikeln mit je 1.500 Wörtern sind das 60.000 Wörter, die man gegen eine Liste von vierzig Themen prüfen müsste. Das macht niemand zweimal. Genau deshalb braucht es eine Auswertung, die Vorschläge liefert statt einer weiteren Aufgabe auf der Liste.
Welcher Ankertext eignet sich für einen internen Link?
Der Begriff selbst. Ein Ankertext soll beschreiben, was den Leser am Ziel erwartet — nicht „hier", „mehr erfahren" oder „diesen Artikel". Gleichzeitig sollte er natürlich im Satz stehen, statt hineingezwängt zu wirken.
Gut und schlecht
| Schlecht | Besser |
|---|---|
| Mehr dazu findest du [hier] | … über [Staffelpreise für Großabnehmer] |
| Lies [diesen Artikel] | Wie [Espresso richtig getampert] wird, … |
| [Klick] für Details | Der passende [Mahlgrad für Siebträger] … |
| [Weiterlesen] | … erklärt der Vergleich von [Siebträger und Vollautomat] |
Warum „hier" schadet
Der Ankertext ist eine Beschreibung des Ziels — für Leser wie für Suchmaschinen. „Hier" beschreibt nichts. Wer im Fließtext liest, muss den umgebenden Satz analysieren, um zu erkennen, wohin der Link führt; wer nur überfliegt, sieht ein Wort ohne Aussage.
Wenn kein natürlicher Ankertext existiert
Manchmal passt ein Link inhaltlich, aber es gibt keine Textstelle dafür. Dann hilft ein kurzer Brückensatz, der das Nachbarthema einführt und den Link trägt — statt einen Link an einem unpassenden Wort festzumachen oder eine Linkliste anzuhängen.
Wie werden Pillar, Cluster und Money Pages verbunden?
Nach einem festen Muster: Jeder Clusterartikel verlinkt auf seine Pillar-Seite, die Pillar-Seite verlinkt kontextuell in ihre Cluster, Cluster untereinander verlinken bei inhaltlicher Nähe, und Money Pages werden aus den thematisch passenden Inhalten heraus angesteuert.
Das Grundmuster
| Beziehung | Richtung | Häufigkeit |
|---|---|---|
| Cluster → Pillar | Immer | Ein bis zwei Links, früh im Text |
| Pillar → Cluster | Immer | Aus dem jeweiligen Absatz heraus |
| Cluster → Cluster | Bei Nähe | Zwei bis vier je Artikel |
| Ratgeber → Money Page | Wo passend | Dort, wo ein Produkt gebraucht wird |
| Money Page → Ratgeber | Bei Erklärungsbedarf | Ein bis zwei Verweise |
Warum Cluster sich untereinander verlinken sollten
Eine reine Sternstruktur — alle Cluster zeigen auf die Pillar, sonst nichts — verschenkt Potenzial. Themen, die inhaltlich nebeneinanderliegen, sollten sich gegenseitig kennen. Das hilft dem Leser, der gerade an der Grenze zweier Themen steht, und macht die Zusammengehörigkeit deutlicher.
Die strategische Seite dieser Architektur behandelt der Ratgeber zu Pillar-Cluster-Strukturen. Hier geht es um die operative Umsetzung.
Was sind verwaiste Inhalte?
Seiten ohne einen einzigen eingehenden internen Link. Sie sind über die Navigation vielleicht erreichbar, aber aus keinem Inhalt heraus verlinkt — und damit sowohl für Leser als auch für Suchmaschinen schwerer zu finden als jede andere Seite im Shop.
Wie sie entstehen
- Ein Artikel wird angelegt, aber niemand baut ihn irgendwo ein
- Eine ältere Seite wird beim Umbau der Struktur vergessen
- Ein Thema wird ergänzt, ohne die bestehenden Artikel anzupassen
- Ein Artikel wird umbenannt, alte Links zeigen ins Leere
Warum das mehr als ein SEO-Problem ist
Ein verwaister Artikel hat Arbeit gekostet. Wenn niemand darauf verweist, wird er auch von niemandem gelesen — unabhängig davon, wie gut er ist. Verwaiste Inhalte aufzuspüren ist deshalb weniger eine Optimierung als eine Rettung bereits geleisteter Arbeit.
Der Umkehrfall
Genauso relevant sind Seiten mit auffällig vielen eingehenden Links, die dafür inhaltlich unwichtig sind. Das verzerrt die Hierarchie: Eine Nebenseite wirkt wichtiger als die Pillar-Seite. Eine visuelle Verlinkungskarte macht solche Ungleichgewichte sichtbar, die in einer Tabelle niemandem auffallen.
Wie unterstützt der Ertragswerke Content Manager interne Links?
Über einen Link-Assistenten, der passende Ziele vorschlägt und die Textstelle gleich mitliefert. Berücksichtigt werden die zugehörige Pillar-Seite, Artikel desselben Clusters, verwandte Artikel, Money Pages, bereits vorhandene interne Links, passende Wörter im Text sowie semantisch verwandte Inhalte.
Was der Assistent prüft
| Quelle | Was daraus entsteht |
|---|---|
| Pillar-Zuordnung | Vorschlag für den Link zur Übersichtsseite |
| Cluster-Zugehörigkeit | Vorschläge zu Nachbarartikeln |
| Verwandte Artikel | Manuell gepflegte Beziehungen |
| Money Pages | Verweise auf kommerzielle Ziele |
| Vorhandene Links | Vermeidet Dopplungen |
| Passende Textstellen | Konkrete Wörter im Artikel |
| Semantische Nähe | Inhaltlich verwandte Artikel ohne gleiche Begriffe |
Die letzte Zeile ist die interessanteste: Ein Artikel über Mahlgrad und einer über Crema teilen kein Keyword, gehören inhaltlich aber eng zusammen. Solche Verbindungen findet keine Wortsuche.
Link an der vorgeschlagenen Stelle setzen
Der Assistent zeigt nicht nur, worauf verlinkt werden sollte, sondern auch wo. Fehlt eine natürliche Formulierung, kann ein passender Brückensatz vorgeschlagen werden — den du übernimmst, anpasst oder verwirfst.
Was sichtbar wird
- Artikel ohne eingehende interne Links
- fehlende Links zur zugehörigen Pillar-Seite
- Cluster mit zu wenigen Inhalten
- Inhalte ohne Themenzuordnung
Diese Befunde landen im automatischen SEO-Aufgaben-Center — siehe Content Audit. Dazu kommt eine visuelle Verlinkungskarte, deren Nutzen darin liegt, strukturelle Ungleichgewichte zu zeigen, die in Listen unsichtbar bleiben.
Was die Entscheidung bleibt
Der Assistent schlägt vor, er setzt nicht automatisch. Ob ein Link an dieser Stelle dem Leser hilft, entscheidest du — und das ist richtig so. Eine automatisch verlinkte Seite liest sich schnell wie ein Verzeichnis.
Kompatibilität
Der Ertragswerke Content Manager ist mit Shopware 6.6 und 6.7 kompatibel. Vorschläge berücksichtigen Artikel, Money Pages sowie Produkte und Kategorien aus demselben Shop.
Häufige Fragen
Wie viele interne Links braucht ein Artikel?
So viele, wie inhaltlich begründbar sind. Bei 1.500 Wörtern sind drei bis sechs üblich — verteilt im Text, nicht als Liste am Ende.
Schadet es, zu viel intern zu verlinken?
Der Lesbarkeit ja, und der Hierarchie auch: Wenn alles gleich stark verlinkt ist, wird nichts mehr als wichtig erkennbar.
Sollte jeder Artikel auf die Pillar-Seite verlinken?
Innerhalb eines Clusters ja. Das ist die Verbindung, die das Thema zusammenhält — und sie sollte früh im Text stehen, nicht nur im Schlussabsatz.
Was mache ich mit alten Artikeln?
Sie sind die größte Reserve. In bestehenden Texten stehen Begriffe, zu denen es inzwischen eigene Artikel gibt — dort lassen sich Links nachträglich setzen.
Zählen Links aus der Navigation genauso?
Sie machen eine Seite erreichbar, aber sie sagen nichts über inhaltliche Zusammenhänge. Ein Link aus dem Fließtext trägt mehr Bedeutung.
Wie oft sollte ich die Verlinkung prüfen?
Nach jedem neuen Artikel kurz, ob er eingebunden ist. Eine Gesamtprüfung lohnt sich quartalsweise oder nach größeren Content-Blöcken.
Was ist mit Links auf ausgelistete Produkte?
Die gehören geprüft und ersetzt. Ein Link ins Leere kostet Vertrauen — mehr dazu bei Produktlinks prüfen.
Interne Verlinkung wirkt erst zusammen mit einer klaren Themenstruktur und einer sauberen Anbindung der Money Pages. Wie beides in einem System zusammenläuft, zeigt der Shopware Content Manager.