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Shopware B2B Plugin

Shopware kundenspezifisches Sortiment: Produkte je Firmenkunde steuern

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Nicht jeder Geschäftskunde soll alles sehen. Ein Wiederverkäufer darf keine Artikel bestellen, für die du Gebietsschutz vereinbart hast. Ein Rahmenvertragskunde hat ein definiertes Sortiment, und alles darüber hinaus wäre eine Vertragsverletzung. Ein Kunde mit Exklusivartikeln soll nicht sehen, was du für seinen Wettbewerber führst.

Die naheliegende Lösung — Produkte in der Navigation ausblenden — reicht dafür nicht. Wer die Artikelnummer kennt, findet den Artikel über die Suche. Wer eine alte URL gespeichert hat, landet weiter auf der Produktseite. Und wer den Artikel noch im Warenkorb liegen hat, bestellt ihn einfach. Dieser Artikel zeigt, wie eine Sortimentssteuerung aufgebaut sein muss, die tatsächlich hält.

Die Ertragswerke B2B Suite setzt die Sichtbarkeit deshalb nicht nur in der Navigation durch, sondern bis in Suche, Produktdetailseite und Warenkorb. Das ist der Unterschied zwischen einer Vereinbarung, die hält, und einer, die jeder mit der passenden Artikelnummer aushebeln kann.

Wie lassen sich Produkte in Shopware für einzelne Kunden ausblenden?

Über eine Sichtbarkeitsregel, die einem Firmenkonto zugeordnet ist und festlegt, welche Produkte und Kategorien dieses Unternehmen sehen und bestellen darf. Entscheidend ist, dass die Regel an allen Ausgabepunkten greift: Navigation, Produktlisten, Suche, Suchvorschläge, Produktdetailseite und Warenkorb. Eine reine Ausblendung im Menü ist keine Sortimentssteuerung.

Warum die Kundengruppe allein nicht reicht

Über Kundengruppen lassen sich Produkte grob steuern — alle Wiederverkäufer sehen dieselben Artikel. Sobald aber ein einzelnes Unternehmen ein abweichendes Sortiment hat, müsstest du für diesen einen Kunden eine eigene Gruppe anlegen. Bei fünf Sonderfällen entstehen fünf Gruppen, die zusätzlich mit Preisen, Zahlungsarten und Regeln gepflegt werden wollen. Die Sortimentssteuerung gehört deshalb an die Firma, nicht an die Gruppe.


Was ist ein kundenspezifisches Sortiment?

Der Ausschnitt deines Katalogs, den ein bestimmtes Unternehmen sehen und bestellen kann. Er kann dem Gesamtkatalog entsprechen, um einzelne Bereiche reduziert sein oder ausschließlich aus ausdrücklich freigegebenen Artikeln bestehen. Für den Kunden ist dieser Ausschnitt der Shop — was nicht freigegeben ist, existiert für ihn nicht.

Typische Anlässe

Anlass Was gesteuert wird
Gebietsschutz Artikel bestimmter Marken oder Hersteller sperren
Rahmenvertrag Nur die vereinbarten Positionen freigeben
Exklusivartikel Kundenspezifische Produkte nur für diesen Kunden zeigen
Zulassungspflicht Artikel nur für Kunden mit entsprechendem Nachweis
Sortimentspflege Auslaufartikel für Neukunden ausblenden, Bestandskunden weiter beliefern
Konzernstruktur Unterschiedliche Sortimente je Tochtergesellschaft

Der oft unterschätzte Nutzen

Ein reduzierter Katalog ist nicht nur eine Beschränkung, sondern eine Vereinfachung. Ein Kunde mit einem Rahmenvertrag über 80 Positionen will keine 12.000 Artikel durchsuchen. Sieht er nur sein Sortiment, findet er schneller, bestellt sicherer und ruft seltener an. Was nach Einschränkung klingt, ist für ihn Komfort.


Was ist der Unterschied zwischen Ausschlussliste und Positivliste?

Eine Ausschlussliste startet beim gesamten Katalog und sperrt einzelne Produkte oder Kategorien. Eine Positivliste startet bei null und gibt ausschließlich benannte Artikel frei. Die Ausschlussliste passt zu Kunden mit wenigen Sperrungen, die Positivliste zu Kunden mit klar definiertem Vertragssortiment.

Die drei Modi im Vergleich

Modus Ausgangspunkt Pflegeaufwand Passend für
Gesamter Katalog Alles sichtbar Keiner Regelfall, normale Geschäftskunden
Ausschlussliste Alles sichtbar, außer … Gering bis mittel Gebietsschutz, einzelne Sperrungen
Positivliste Nichts sichtbar, außer … Höher Rahmenverträge, geschlossene Kataloge

Die Risiken beider Varianten

Die Ausschlussliste hat ein Nachpflegeproblem: Legst du ein neues Produkt an, ist es automatisch für alle sichtbar — auch für den Kunden, bei dem es eigentlich gesperrt gehört. Die Positivliste hat das umgekehrte Problem: Neue Artikel bleiben unsichtbar, bis jemand sie aktiv freigibt, und der Kunde erfährt nichts von deiner Sortimentserweiterung.

Beides ist beherrschbar, aber es braucht eine Routine. Bei Ausschlusslisten gehört die Prüfung in den Prozess der Produktanlage. Bei Positivlisten lohnt eine turnusmäßige Durchsicht mit dem Kunden — die ohnehin ein guter Vertriebsanlass ist.


Müssen gesperrte Produkte auch aus Suche und Warenkorb entfernt werden?

Ja, sonst ist die Sperrung wirkungslos. Ein Produkt, das nur in der Navigation fehlt, bleibt über die Suche, die Suchvorschläge, eine gespeicherte URL oder einen alten Warenkorb erreichbar. Eine belastbare Sortimentssteuerung greift an jedem Punkt, an dem ein Produkt auftauchen oder bestellt werden kann.

Die Punkte, an denen es hält oder bricht

Ausgabepunkt Was passieren muss
Navigation und Kategorien Produkt und leere Kategorie werden nicht angezeigt
Produktlisten Kein Eintrag in Listen und Slidern
Suche Kein Treffer in der Ergebnisliste
Suchvorschläge Kein Vorschlag beim Tippen
Produktdetailseite Direkter Aufruf liefert eine 404-Antwort
Warenkorb Nicht zulässige Position wird blockiert
Schnellbestellung Artikel nicht erfassbar
Cross-Selling Kein Vorschlag gesperrter Artikel

Warum die 404-Antwort die richtige Wahl ist

Eine Produktseite, die stattdessen „Für Ihr Konto nicht verfügbar" meldet, bestätigt die Existenz des Artikels. Wo Gebietsschutz oder Exklusivvereinbarungen im Spiel sind, ist genau das unerwünscht. Eine 404-Antwort behandelt den Artikel so, als gäbe es ihn nicht — und ist zugleich technisch sauber, weil Suchmaschinen dieselbe Antwort für nicht existierende Seiten erhalten.

Der Warenkorb als letzte Instanz

Ein Sonderfall, der leicht übersehen wird: Ein Kunde hat einen Artikel im Warenkorb, und danach änderst du sein Sortiment. Ohne Prüfung im Warenkorb bestellt er einen Artikel, den er nicht mehr bestellen darf. Deshalb muss die Zulässigkeit auch beim Bestellabschluss noch einmal geprüft werden, nicht nur bei der Anzeige.


Können Produkte und Kategorien gemeinsam gesteuert werden?

Ja, und in der Praxis ist die Kombination der übliche Fall. Ganze Kategorien lassen sich in einem Schritt sperren oder freigeben, einzelne Artikel darin abweichend behandeln. Das hält den Pflegeaufwand niedrig: Du arbeitest auf Kategorieebene und definierst nur die Ausnahmen einzeln.

Ein praktisches Beispiel

Ein Kunde soll den gesamten Bereich Reinigung sehen, davon aber nicht die Industriechemie. Zusätzlich soll er drei Artikel aus dem gesperrten Bereich bestellen dürfen, weil sie in seinem Rahmenvertrag stehen. Die Umsetzung: Kategorie Reinigung freigeben, Unterkategorie Industriechemie sperren, drei Artikel einzeln freigeben. Drei Einträge statt hunderter.

Was mit leeren Kategorien passieren sollte

Wenn alle Artikel einer Kategorie für einen Kunden gesperrt sind, sollte die Kategorie selbst nicht in seiner Navigation erscheinen. Eine leere Kategorie sieht nach einem Fehler aus und provoziert eine Nachfrage — oder verrät, dass es hier etwas gibt, das er nicht sehen darf.


Wie lassen sich große Sortimente per CSV pflegen?

Über einen Import, der je Zeile eine Artikelnummer und die gewünschte Behandlung einliest und einer Firma zuordnet. Bei Rahmenverträgen mit hunderten Positionen ist das der einzige praktikable Weg — die Liste liegt ohnehin in einer Tabelle vor und muss nicht von Hand in eine Oberfläche übertragen werden.

Eine schlanke Importstruktur

Spalte Inhalt Beispiel
Artikelnummer Eindeutige Produktnummer SW-10023
Behandlung freigeben oder sperren freigeben

Mehr braucht es im Regelfall nicht. Der Modus — Ausschlussliste oder Positivliste — wird an der Firma eingestellt, die Liste liefert nur die Positionen.

Was der Import zurückmelden muss

Artikelnummern, die es nicht gibt, dürfen nicht still übersprungen werden. Bei einer Vertragsliste mit 300 Positionen und 12 Tippfehlern ist die stille Variante ein Fehler, der erst auffällt, wenn der Kunde anruft. Die Rückmeldung sollte Zeile für Zeile ausweisen, was nicht zugeordnet werden konnte.


Wie setzt die Ertragswerke B2B Suite die Katalogsichtbarkeit um?

Die Suite kennt drei Modi je Firma: gesamter Katalog, Sperrung ausgewählter Produkte und Kategorien oder ausschließlich ein ausdrücklich freigegebenes Sortiment. Die Sichtbarkeit wird nicht nur in der Navigation durchgesetzt, sondern auch in Produktlisten, Suche und Suchvorschlägen. Nicht freigegebene Produktdetailseiten liefern eine 404-Antwort, und unzulässige Positionen werden im Warenkorb blockiert.

Die Durchsetzungskette

  1. Navigation — Gesperrte Kategorien und Produkte erscheinen nicht.
  2. Listen — Produktlisten und Slider zeigen nur zulässige Artikel.
  3. Suche — Weder Ergebnisliste noch Suchvorschläge enthalten gesperrte Artikel.
  4. Detailseite — Direkter Aufruf einer nicht freigegebenen Seite liefert 404.
  5. Schnellbestellung — Gesperrte Artikel sind nicht erfassbar.
  6. Warenkorb — Unzulässige Positionen werden blockiert, auch nachträglich.

Diese Kette ist der eigentliche Unterschied zu einer einfachen Ausblendung. Sie stellt sicher, dass eine getroffene Vereinbarung auch dann hält, wenn ein Kunde die Artikelnummer kennt oder eine alte URL gespeichert hat.

Zusammenspiel mit Preisen und Bestellwegen

Sortiment und Preis sind zwei getrennte Ebenen, die an derselben Firma hängen. Was ein Kunde sehen darf, steuert die Sichtbarkeit; zu welchem Preis er es bekommt, steuert die Preisliste. Beide greifen konsistent in allen Bestellwegen — auch in gespeicherten Bestelllisten und Liefer-Abos, wo ein nachträglich gesperrter Artikel nicht stillschweigend mitbestellt werden darf.

Kompatibilität

Die Ertragswerke B2B Suite ist mit Shopware 6.6 und 6.7 kompatibel. Die Sichtbarkeitslogik setzt an den regulären Shopware-Ausgabepunkten an, statt eine eigene Katalogstruktur danebenzustellen.


Häufige Fragen

Was sieht ein nicht angemeldeter Besucher?

Den öffentlichen Katalog nach deinen Standardeinstellungen. Kundenspezifische Sortimente setzen ein angemeldetes, freigegebenes Firmenkonto voraus.

Wirkt sich die Sortimentssteuerung auf die Suchmaschinenindexierung aus?

Nein, weil sie nur für angemeldete Firmenkunden greift. Suchmaschinen sehen den öffentlichen Katalog.

Was passiert mit einem gesperrten Artikel in einer gespeicherten Bestellliste?

Er lässt sich nicht mehr in den Warenkorb übernehmen. Wichtig ist eine deutliche Rückmeldung, damit der Kunde nicht rätselt, warum seine Liste unvollständig übernommen wurde.

Kann ein Kunde sehen, dass etwas für ihn gesperrt ist?

Bei der 404-Variante nicht. Das ist beabsichtigt, wenn Gebietsschutz oder Exklusivvereinbarungen im Spiel sind.

Wie gehe ich mit neu angelegten Produkten um?

Bei Ausschlusslisten sind sie automatisch sichtbar, bei Positivlisten automatisch unsichtbar. Nimm die Prüfung in deinen Prozess der Produktanlage auf, sonst entstehen ungewollte Lücken in beide Richtungen.

Lässt sich ein Sortiment für mehrere Firmen gleichzeitig pflegen?

Bei identischen Sortimenten mehrerer Kunden ist die Kundengruppe der effizientere Hebel. Die firmenbezogene Steuerung ist für Abweichungen vom Gruppenstandard gedacht.

Gilt das Sortiment auch für alle Mitarbeiter der Firma?

Ja. Das Sortiment hängt am Unternehmen, nicht an der Person. Alle Besteller dieser Firma sehen denselben Ausschnitt.


Sortimentssteuerung wirkt erst zusammen mit dem Rest: einem geprüften Firmenkonto, an dem sie hängt, individuellen Preisen für die freigegebenen Artikel und Bestellwegen, in denen beides zuverlässig greift. Wie das zusammenspielt, zeigt unsere Übersicht zum Shopware B2B Plugin.