Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
Shopware B2B Plugin

Shopware Nettopreise für Geschäftskunden richtig anzeigen

Teilen: WhatsApp Facebook X LinkedIn E-Mail

Ein Einkäufer denkt in Nettopreisen. Er kalkuliert ohne Umsatzsteuer, weil er sie als Vorsteuer zurückbekommt. Zeigt dein Shop ihm 47,60 € statt 40,00 €, muss er bei jeder Position im Kopf herausrechnen — und vergleicht schlechter mit dem Angebot deines Wettbewerbers, der es richtig macht.

Gleichzeitig kaufen bei vielen Händlern auch Privatkunden ein, und die müssen den Endpreis inklusive Umsatzsteuer sehen. Beides gleichzeitig sauber hinzubekommen ist keine Preisfrage, sondern eine Frage der richtigen Zuordnung. Dieser Artikel zeigt, wie das in Shopware 6 funktioniert und wo die Grenze zwischen Nettodarstellung und individuellen Preisen verläuft.

In der Ertragswerke B2B Suite hängt die Nettodarstellung an der Freigabe: Wird ein Firmenkonto aktiviert, landet es automatisch in der vorgesehenen Kundengruppe. Das klingt nach einer Kleinigkeit, verhindert aber den häufigsten Fehler im Tagesgeschäft — freigegebene Kunden, die monatelang unbemerkt zu Bruttopreisen bestellen.

Wie kann Shopware Preise netto anzeigen?

Über die Kundengruppe. In Shopware 6 lässt sich je Kundengruppe festlegen, ob Preise brutto oder netto ausgewiesen werden. Ein angemeldeter Kunde in einer Netto-Kundengruppe sieht überall Preise ohne Umsatzsteuer — in Listen, auf Produktseiten, im Warenkorb und im Checkout. Die Steuer wird erst in der Summenaufstellung ergänzt.

Was „netto" technisch bedeutet

Es handelt sich um eine Darstellungsentscheidung, nicht um einen anderen Preis. Der Artikel kostet dasselbe — nur wird der Betrag ohne enthaltene Umsatzsteuer angezeigt und die Steuer separat ausgewiesen. Ein Artikel mit 47,60 € brutto erscheint als 40,00 € netto zuzüglich 7,60 € Umsatzsteuer.

Wo die Umstellung überall wirken muss

Bereich Was der Geschäftskunde erwartet
Produktlisten Nettopreis mit Hinweis „zzgl. MwSt."
Produktdetailseite Nettopreis, Staffeln ebenfalls netto
Warenkorb Positionen netto, Summenblock mit ausgewiesener Steuer
Checkout Nettosumme, Steuerbetrag, Bruttosumme
Bestellbestätigung Dieselbe Aufstellung wie im Checkout
Rechnung Netto je Position, Steuer und Bruttosumme

Bricht eine dieser Stellen aus der Logik aus, entsteht sofort eine Rückfrage. Der Summenblock ist dabei der kritische Punkt: Netto, Steuerbetrag und Bruttosumme müssen sauber untereinander stehen, sonst prüft die Buchhaltung des Kunden jede Rechnung nach.


Können Netto- und Bruttopreise gleichzeitig verwendet werden?

Ja. Weil die Darstellung an der Kundengruppe hängt, kann derselbe Shop Privatkunden Bruttopreise und Geschäftskunden Nettopreise zeigen. Ein nicht angemeldeter Besucher sieht die Darstellung deiner Standardkundengruppe — im Regelfall brutto. Erst nach der Anmeldung eines freigegebenen Firmenkunden wechselt die Ansicht.

Der Fall, der Aufmerksamkeit braucht

Der Wechsel passiert beim Login. Ein Geschäftskunde, der unangemeldet stöbert, sieht Bruttopreise und nach der Anmeldung plötzlich andere Zahlen. Das wirkt irritierend, wenn es nicht erklärt wird. Ein kurzer Hinweis, dass angemeldete Geschäftskunden Nettopreise sehen, nimmt dem Wechsel die Überraschung.

Warum ein reiner Gewerbeshop einfacher ist

Verkaufst du ausschließlich an Unternehmen, entfällt der Spagat: Der gesamte Shop läuft auf Nettodarstellung. Das ist technisch und rechtlich der klarere Weg — setzt aber voraus, dass tatsächlich nur Gewerbetreibende bestellen können. Genau dafür ist ein geprüftes Firmenkonto mit Freigabe da.


Wie funktionieren Nettopreise über Kundengruppen?

Jede Kundengruppe in Shopware trägt die Einstellung, ob ihre Mitglieder Preise brutto oder netto sehen. Ein Kunde gehört zu genau einer Gruppe, und diese Gruppe bestimmt seine Preisdarstellung. Damit ist die Gruppe der zentrale Hebel: Wer in der Gewerbekundengruppe landet, sieht Nettopreise — ohne dass an einzelnen Produkten etwas geändert werden müsste.

Warum mehrere Gruppen sinnvoll sind

Nicht jeder Geschäftskunde ist derselbe Kundentyp. Zwei bis vier Gruppen decken die meisten Konstellationen ab:

Gruppe Typischer Kunde Darstellung
Privatkunden Endverbraucher Brutto
Gewerbekunden Standard Gewerblicher Endverwender Netto
Fachhandel Wiederverkäufer mit Händlerkonditionen Netto
Großabnehmer Kunden mit eigener Konditionsstufe Netto

An diesen Gruppen hängen anschließend nicht nur Preisdarstellung, sondern auch Preislisten, Rabatte und die Verfügbarkeit von Zahlungsarten. Deshalb lohnt es sich, die Gruppenstruktur einmal sauber zu durchdenken, statt sie über die Zeit wachsen zu lassen.


Wann darf ein Shop Preise ohne Umsatzsteuer anzeigen?

Die Nettodarstellung ist an den Adressatenkreis geknüpft: Gegenüber Verbrauchern gelten die Vorgaben der Preisangabenverordnung zur Angabe von Gesamtpreisen, gegenüber Unternehmern gelten sie in dieser Form nicht. Ein Shop, der Nettopreise zeigt, muss deshalb sicherstellen, dass diese Ansicht tatsächlich nur Geschäftskunden erreicht.

Was das praktisch bedeutet

  • Nettopreise erst nach der Anmeldung eines freigegebenen Firmenkunden anzeigen
  • Die Gewerblichkeit vor der Freigabe prüfen, nicht nur abfragen
  • Bei einem reinen Gewerbeshop deutlich kennzeichnen, dass ausschließlich an Unternehmen verkauft wird
  • Auch in der Nettoansicht Steuersatz und Steuerbetrag transparent ausweisen

Eine Checkbox „Ich bin Unternehmer" ohne jede Prüfung ist die schwächste Variante. Ein Firmenkonto mit Nachweis und bewusster Freigabe ist der belastbarere Weg — und genau deshalb hängt die Nettodarstellung sinnvollerweise am Freigabeprozess.

Dieser Abschnitt ist eine praxisorientierte Einordnung und ersetzt keine Rechtsberatung. Lass die konkrete Ausgestaltung für dein Geschäftsmodell prüfen.


Wie werden freigegebene Firmenkunden automatisch auf Nettopreise umgestellt?

Über die Zuordnung zur Kundengruppe im Moment der Freigabe. Wird ein Firmenkonto nach der Prüfung aktiviert, weist das System es der hinterlegten Gewerbekundengruppe zu. Ab dem nächsten Login sieht der Kunde Nettopreise, ohne dass er eine Einstellung vornehmen oder du manuell nacharbeiten müsstest.

Warum der automatische Weg wichtig ist

Bei zehn Firmenkunden lässt sich die Gruppe von Hand setzen. Bei hundert wird daraus eine Fehlerquelle: Ein Kunde wird freigegeben, aber die Gruppe bleibt auf Privatkunden stehen — und er bestellt drei Monate lang zu Bruttopreisen, bis es jemandem auffällt. Die Kopplung an die Freigabe schließt diese Lücke.

Abweichende Zuordnung im Einzelfall

Nicht jede Firma gehört in die Standardgruppe. Ein Wiederverkäufer mit besseren Konditionen oder ein Großabnehmer soll direkt in seiner Gruppe landen. Deshalb sollte bei der Freigabe eine abweichende Gruppe wählbar sein — die Automatik deckt den Regelfall ab, die Abweichung bleibt ein bewusster Klick.


Was ist der Unterschied zwischen Nettopreisen und individuellen Kundenpreisen?

Nettopreise betreffen die Darstellung, individuelle Kundenpreise die Höhe. Die Nettoanzeige sagt nur, dass die Umsatzsteuer nicht im ausgewiesenen Betrag enthalten ist — der Preis selbst bleibt derselbe wie für alle anderen dieser Gruppe. Ein individueller Kundenpreis ist dagegen eine abweichende Vereinbarung für ein bestimmtes Unternehmen.

Nettopreis Individueller Kundenpreis
Betrifft Darstellung Höhe des Preises
Gilt für Alle Mitglieder der Gruppe Ein Unternehmen oder eine Gruppe
Steuerung über Kundengruppen-Einstellung Preisliste
Beispiel 40,00 € statt 47,60 € 36,50 € statt 40,00 €

Warum die Verwechslung so häufig ist

Beide treten gemeinsam auf. Ein freigegebener Firmenkunde sieht Nettopreise und oft zusätzlich seine ausgehandelten Konditionen. Im Gespräch verschwimmt das zu „B2B-Preisen". Für die Konfiguration ist die Trennung aber entscheidend: Die Darstellung stellst du einmal an der Gruppe ein, die individuellen Preise pflegst du fortlaufend in Preislisten. Wie du individuelle Kundenpreise hinterlegst, ist deshalb eine getrennte Aufgabe.


Wie setzt die Ertragswerke B2B Suite die Nettopreisanzeige um?

Die Suite ordnet freigegebene Firmenkonten automatisch der vorgesehenen Netto-Kundengruppe zu. Damit greift die Shopware-eigene Nettodarstellung ohne zusätzliche Konfiguration am Produkt. Einzelne Unternehmen lassen sich bei Bedarf einer abweichenden Gruppe zuweisen, wenn sie ein anderes Konditionsniveau haben.

Warum die Suite hier bewusst wenig tut

Die Nettodarstellung ist eine gelöste Aufgabe im Shopware-Core. Eine Erweiterung, die daneben eine eigene Preisanzeige baut, erzeugt Konflikte mit Rule Builder, Zahlungsartenbedingungen und angebundenen Systemen. Der bessere Weg ist, den vorhandenen Mechanismus zu nutzen und nur die fehlende Zuordnungslogik zu ergänzen.

Was die Suite an dieser Stelle beiträgt

  • gekoppelte Zuordnung zur Kundengruppe im Moment der Freigabe
  • Auswahl einer abweichenden Gruppe je Firma
  • Vererbung der Gruppe auf alle Mitarbeiter des Unternehmens
  • konsistente Nettodarstellung in Schnellbestellung, Bestelllisten und Angeboten

Kompatibilität

Die Ertragswerke B2B Suite ist mit Shopware 6.6 und 6.7 kompatibel. Die Preisdarstellung bleibt Aufgabe des Cores — die Suite steuert nur, wer in welcher Gruppe landet.


Häufige Fragen

Sieht ein nicht angemeldeter Besucher Netto- oder Bruttopreise?

Die Darstellung deiner Standardkundengruppe. In einem gemischten Shop ist das brutto, in einem reinen Gewerbeshop netto.

Muss ich in der Nettoansicht die Umsatzsteuer trotzdem ausweisen?

Ja. Der Steuersatz und der Steuerbetrag gehören in den Summenblock und auf die Rechnung, auch wenn die Positionspreise netto dargestellt werden.

Kann ein Kunde selbst zwischen netto und brutto umschalten?

Technisch ließe sich das bauen, es schafft aber mehr Verwirrung als Nutzen. Sauberer ist die eindeutige Zuordnung über die Kundengruppe.

Was passiert bei Lieferungen ins EU-Ausland?

Bei innergemeinschaftlichen Lieferungen an Unternehmen mit gültiger USt-IdNr. kommt das Reverse-Charge-Verfahren in Betracht. Shopware kann Steuerregeln länderabhängig abbilden — die konkrete Ausgestaltung gehört in die Abstimmung mit deiner Steuerberatung.

Ändert die Nettoanzeige etwas an meinen hinterlegten Preisen?

Nein. Du pflegst deine Produktpreise wie gewohnt. Nur die Darstellung und die Berechnung im Summenblock unterscheiden sich.

Wie zeigen sich Staffelpreise in der Nettoansicht?

Ebenfalls netto. Wichtig ist die Konsistenz: Eine Staffel, die brutto angezeigt wird, während der Warenkorb netto rechnet, führt zu Rückfragen bei jeder Bestellung.

Kann ich einen Hinweis „zzgl. MwSt." individuell formulieren?

Ja, das ist eine Frage der Textbausteine im Theme. Halte die Formulierung über alle Seiten hinweg identisch.


Die Nettodarstellung ist der erste sichtbare Unterschied zwischen einem Privatkunden- und einem Geschäftskundenkonto. Erst zusammen mit geprüften Firmenkonten, individuellen Preisen und B2B-Zahlungsarten entsteht daraus ein durchgängiger Prozess — nachzulesen in unserer Übersicht zum Shopware B2B Plugin.