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Shopware B2B Plugin

Shopware B2B einrichten: der vollständige Leitfaden

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Ertragswerke · Shopware B2B · Juli 2026

Shopware für B2B einrichten ist nicht dasselbe wie einen B2C-Shop aufsetzen. Netto-Preise, Firmenkonten, Freigabe-Workflows, Rechnungskauf – das sind Anforderungen die Shopware nativ nur teilweise abdeckt. Dieser Leitfaden zeigt den vollständigen Weg: was im Standard geht, wo Plugins nötig werden, und in welcher Reihenfolge man sinnvoll vorgeht.

Wer Geschäftskunden bedient, stößt dabei früher oder später auf dieselbe Grenze: Firmenkonten mit mehreren Bestellern, freigegebene Preislisten und Rechnungskauf sind keine Einstellungen, sondern Funktionen. Was Shopware dafür nicht mitbringt, ergänzt das Shopware B2B Plugin. Welche davon dein Shop überhaupt braucht, klärt vorab der Überblick zu den B2B-Funktionen.

B2B vs. B2C: was sich grundlegend unterscheidet

Ein B2C-Kunde kauft einmal, entscheidet allein und zahlt sofort. Ein B2B-Kunde kauft regelmäßig, bestellt im Auftrag eines Unternehmens, erwartet individuelle Konditionen und zahlt auf Rechnung mit Zahlungsziel. Diese strukturellen Unterschiede ziehen sich durch jeden Teil des Shops – von der Preisanzeige über den Checkout bis zur Rechnungsverwaltung.

  • Preise: B2B sieht Netto, B2C sieht Brutto
  • Zugang: B2B braucht Kontrolle wer Geschäftskunde ist – nicht jeder darf einfach bestellen
  • Konditionen: Staffelpreise, individuelle Rabatte, Zahlungsziele je Kunde
  • Prozess: Schnellbestellung statt Kategorien-Browsing, Bestelllisten, Liefer-Abos
  • Zahlung: Rechnungskauf und SEPA-Lastschrift statt Kreditkarte und PayPal
  • Verwaltung: Mehrere Mitarbeiter pro Firmenkonto, Einkaufslimits, Freigabe-Workflows

Die richtige Reihenfolge beim Einrichten

Der häufigste Fehler: mit der komplexesten Anforderung anfangen. Besser ist ein schrittweiser Aufbau der zu jedem Zeitpunkt einen funktionierenden Stand liefert – und der nur so weit ausgebaut wird wie der tatsächliche Bedarf reicht.

Schritt 1: Kundengruppe und Netto-Preise einrichten

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Kundengruppe „B2B" anlegen

Im Shopware-Backend unter Kunden → Kundengruppen eine neue Gruppe anlegen. Name: „B2B" oder „Geschäftskunden". Wichtigste Einstellung: „Netto-Preise anzeigen" aktivieren. Ab jetzt sehen alle Kunden in dieser Gruppe Preise ohne MwSt. – und die korrekte Steuerberechnung läuft automatisch im Checkout.

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Testweise einen Kunden zuordnen und prüfen

Einen bestehenden Testkunden der Gruppe B2B zuordnen, als dieser Kunde einloggen und den Shop aus seiner Perspektive durchgehen. Sieht er Netto-Preise? Stimmt die Steuerberechnung im Checkout? Erst wenn das sauber funktioniert, weitermachen.

Wichtig für die MwSt.-Behandlung: Shopware unterscheidet zwischen der Preisanzeige (Netto/Brutto) und der tatsächlichen Steuerberechnung. Netto-Preisanzeige bedeutet nicht automatisch steuerfreie Lieferung. Für innergemeinschaftliche Lieferungen an EU-Unternehmen mit gültiger USt-ID braucht es zusätzliche Konfiguration in den Steuerregeln.

Schritt 2: Registrierung und Freigabe-Prozess

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Separate Registrierung für Geschäftskunden einrichten

Shopware ermöglicht es, die Registrierungsseite mit einem Pflichtfeld für die USt-ID oder Firmenname zu ergänzen. Ohne Plugin passiert die Freigabe manuell: der Händler sieht neue Registrierungen, prüft ob es sich um ein echtes Unternehmen handelt, und weist dem Kunden-Account manuell die B2B-Kundengruppe zu. Zeitaufwendig aber für kleine Kundenzahlen handhabbar.

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Automatisierten Freigabe-Workflow einrichten (mit Plugin)

Ab etwa zehn neuen B2B-Registrierungen pro Monat lohnt ein automatisierter Workflow: Kunde lädt Gewerbenachweis hoch, Händler bekommt eine Benachrichtigung, Freigabe per Klick, Kundengruppe wird automatisch zugewiesen. Spart pro Registrierung fünf bis zehn Minuten manuellem Aufwand.

Schritt 3: Preislogik und Staffeln

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Gruppenrabatt über den Rule Builder setzen

Unter Marketing → Preisregeln eine neue Regel anlegen: Bedingung „Kundengruppe ist B2B", Aktion „Prozentrabatt auf alle Produkte". Das ist die einfachste Form der B2B-Preisdifferenzierung – ein pauschaler Abschlag für alle Geschäftskunden. Funktioniert nativ ohne Plugin.

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Staffelpreise je Produkt hinterlegen

Für Produkte mit mengenabhängigen Preisen direkt auf der Produktseite im Backend unter „Erweiterte Preise" Staffeln anlegen: ab 10 Stück minus 5 %, ab 50 Stück minus 12 %. Diese Staffeln können auch kundengruppen-spezifisch gesetzt werden – B2B bekommt andere Staffeln als B2C.

Schritt 4: Zahlungsarten für B2B konfigurieren

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Rechnungskauf für B2B-Kundengruppe aktivieren

Unter Einstellungen → Zahlungsarten die Zahlungsart „Rechnung" konfigurieren. Über den Rule Builder lässt sich steuern dass diese Zahlungsart nur für die Kundengruppe B2B sichtbar ist – B2C-Kunden sehen sie nicht. Zahlungsziel im Bestelltext kommunizieren: „Zahlung innerhalb von 14 Tagen netto".

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SEPA-Lastschrift einrichten (mit Plugin)

Natives Shopware hat keine SEPA-Mandate-Verwaltung. Wer SEPA-Lastschrift professionell abwickeln will – mit digitalem Mandat, Vorab-Ankündigung und SEPA-XML-Export fürs Banking – braucht ein B2B-Plugin das diese Infrastruktur mitbringt.

Schritt 5: Bestellprozess für B2B optimieren

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Schnellbestellungsliste einrichten

Der Standard-Shopware-Checkout ist für Stammkunden zu umständlich. Eine persistente Bestellliste im Kundenkonto – wo Favoriten gespeichert sind, Mengen eingetragen werden und alles mit einem Klick in den Warenkorb geht – ist das wichtigste UX-Feature für B2B. Das braucht ein Plugin. Mehr dazu im Artikel Shopware Schnellbestellung B2B.

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Mindestbestellwert je Kundengruppe setzen

Über den Rule Builder lässt sich ein Mindestbestellwert für B2B-Kunden setzen. Sinnvoll wenn der Aufwand für kleine Bestellungen die Marge auffrisst. Im Checkout erscheint ein Hinweis wenn der Mindestbestellwert nicht erreicht ist.

Schritt 6: Wiederkehrende Bestellungen

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Liefer-Abos für Stammkunden einrichten

Für B2B-Kunden die regelmäßig dieselben Produkte bestellen, ist ein Liefer-Abo das stärkste Retention-Instrument. Die Bestellung wird automatisch zum vereinbarten Termin ausgelöst, der Kunde bekommt eine Vorab-Benachrichtigung. Shopware nativ hat keine Abo-Funktion – das ist ein Plugin-Thema. Mehr dazu im Artikel Shopware B2B Liefer-Abos.

Wann ein B2B-Plugin nötig wird – die ehrliche Einschätzung

Schritte 1–8 sind mit nativem Shopware und dem Rule Builder weitgehend umsetzbar. Ab Schritt 9 braucht es Plugin-Unterstützung. Die Entscheidung wann ein Plugin sich rechnet hängt von einer Frage ab: wie viel kostet der manuelle Aufwand ohne Plugin im Monat?

Wer fünf B2B-Kunden hat die er persönlich kennt, kommt mit native Shopware weit. Wer zwanzig Kunden hat die selbstständig registrieren, auf Rechnung kaufen und Schnellbestellungen brauchen, investiert ohne Plugin mehr Zeit als ein Plugin kostet. Die Grenze liegt bei den meisten Händlern zwischen zehn und zwanzig aktiven B2B-Kunden.

  • Nativ machbar: Kundengruppe, Netto-Preise, Rule-Builder-Rabatt, Staffelpreise, Rechnungskauf als Zahlungsart, Mindestbestellwert
  • Plugin nötig: Freigabe-Workflow mit Gewerbenachweis, SEPA-Lastschrift-Verwaltung, Schnellbestellungsliste, Liefer-Abos, Mitarbeiterkonten, Finanz-Cockpit

Häufige Fragen

Kann ich B2B und B2C im selben Shopware-Shop betreiben?

Ja. Die einfachste Methode: B2B-Kunden bekommen die Kundengruppe B2B zugewiesen und sehen nach Login Netto-Preise, B2C-Kunden sehen Brutto-Preise ohne Login. Beide Gruppen kaufen im selben Shop. Für stärkere Trennung (eigene Kataloge, eigene Startseite) gibt es Sales-Channels.

Muss ich für B2B eine eigene Shopware-Edition kaufen?

Nein. Die grundlegenden B2B-Funktionen laufen auf der kostenlosen Community Edition. Shopwares native B2B Components sind erst ab dem Evolve-Plan (ca. 2.400 €/Monat) verfügbar – aber B2B-Plugins von Drittanbietern laufen auf Community und Rise.

Wie lange dauert ein vollständiges B2B-Setup?

Die native Grundkonfiguration (Kundengruppe, Netto-Preise, Rule Builder, Rechnungskauf) ist an einem halben Tag erledigt. Mit Plugin-Installation, Konfiguration und Testing: zwei bis fünf Tage je nach Komplexität. ERP-Anbindung und individuelle Entwicklungen kommen obendrauf.

Was ist der häufigste Fehler beim B2B-Setup in Shopware?

Die Netto-Preisanzeige aktivieren ohne die Steuerlogik für internationale Kunden zu prüfen. Ein Schweizer Geschäftskunde bekommt zwar Netto-Preise angezeigt – aber die Steuerberechnung im Checkout muss für Drittlandkunden separat konfiguriert sein. Das ist ein Buchhaltungs- und Compliance-Problem das oft erst bei der ersten Auslandsbestellung auffällt.

Ertragswerke B2B Suite

Wenn die nativen Schritte reichen sind sie schnell getan. Wenn nicht: Freigabe-Workflow, SEPA-Cockpit, Schnellbestellungsliste und Liefer-Abos für Shopware Community und Rise.

Zur B2B Suite →
Sascha Wiengarn
Sascha Wiengarn

Geschäftsführer Rawmantiker UG. Hat B2B-Shops von der ersten Kundengruppe bis zum vollständigen Plugin-Setup aufgebaut.