Shopware CMS-Elemente erweitern: Content-Bausteine für Erlebniswelten
Die Shopware-Erlebniswelten sind ein solides Layout-Werkzeug — bis du eine Vergleichstabelle brauchst. Oder Tabs. Oder ein Inhaltsverzeichnis. Dann endet die Auswahl, und es beginnt die Zeit der Behelfslösungen: Text-Elemente mit handgeschriebenem HTML, das der Sanitizer beim Speichern halbiert.
Dieser Artikel zeigt, welche Bausteine eine Content-Seite tatsächlich braucht, wie sich Inhalt und Gestaltung trennen lassen und warum ein Element besondere Aufmerksamkeit verdient — das, mit dem sich roher Code ausgeben lässt.
Der Ertragswerke Content Manager bringt dafür rund zwanzig zusätzliche CMS-Elemente mit. Das interessanteste davon ist gleichzeitig das riskanteste: Raw und Schema gibt HTML und JSON-LD ohne den normalen Shopware-Sanitizer aus.
Wie lassen sich Shopware-Erlebniswelten erweitern?
Über zusätzliche CMS-Elemente, die sich wie die Standardbausteine im Editor auswählen und konfigurieren lassen. Sie erscheinen in derselben Elementliste, nutzen dieselbe Bedienung und lassen sich mit den vorhandenen Blöcken kombinieren.
Was der Standard mitbringt
Shopware liefert die Grundausstattung: Text, Bild, Video, Produktlisting, Slider, Formular. Das deckt Kampagnenseiten und Kategoriegestaltung ab. Was fehlt, sind die Elemente, die eine Content-Seite ausmachen.
| Vorhanden | Fehlt für Content-Seiten |
|---|---|
| Text | Inhaltsverzeichnis |
| Bild und Slider | Vergleichstabelle |
| Video | Tabs |
| Produktlisting | Hinweis- und Infobox |
| Formular | FAQ-Block |
| Testimonial | |
| Roher HTML- und Schema-Output |
Der übliche Behelf und sein Problem
Wer diese Elemente braucht, schreibt HTML in ein Text-Element. Das funktioniert bis zum Speichern: Shopware bereinigt den Inhalt aus Sicherheitsgründen und entfernt dabei zuverlässig genau die Attribute und Tags, die man gebraucht hätte. Was übrig bleibt, ist eine kaputte Tabelle.
Welche CMS-Elemente benötigt eine Content-Seite?
Andere als eine Verkaufsseite. Eine Content-Seite muss lange Texte lesbar machen, Informationen vergleichbar darstellen und Struktur zeigen — dafür braucht sie Gliederung, Hervorhebung und Vergleichsformate.
Die Grundausstattung
| Element | Aufgabe |
|---|---|
| Inhaltsverzeichnis | Orientierung bei langen Seiten |
| Vergleich | Optionen gegenüberstellen |
| Tabs | Viel Information ohne endloses Scrollen |
| Box und Hinweis | Wichtiges hervorheben |
| Media-Text | Bild und Text nebeneinander |
| FAQ | Fragen und Antworten, strukturiert |
| USP | Kernvorteile auf einen Blick |
| Testimonial | Kundenstimmen |
Warum das Inhaltsverzeichnis so oft fehlt
Es wirkt wie eine Kleinigkeit und ist bei einer Seite mit 2.000 Wörtern der Unterschied zwischen Lesen und Abspringen. Der Leser sieht sofort, ob seine Frage behandelt wird — ohne diese Sicherheit scrollt ein erheblicher Teil nicht weiter, sondern zurück zur Suche.
Der Vergleich als Verkaufselement
Eine Gegenüberstellung zweier Produktvarianten beantwortet die häufigste Frage im Kaufprozess. Als Bild eingebaut ist sie nicht durchsuchbar und auf dem Smartphone unlesbar. Als eigenes Element bleibt sie Text — durchsuchbar, responsiv und pflegbar.
Wie werden Content und Gestaltung voneinander getrennt?
Indem die Gestaltung im Element steckt und der Inhalt in Feldern. Ein Vergleichselement bekommt Spalten und Zeilen als Daten — wie es aussieht, entscheidet das Element. Damit ändert eine Layoutanpassung nicht jeden einzelnen Inhalt.
Der Unterschied in der Praxis
| HTML im Textfeld | Eigenes Element | |
|---|---|---|
| Inhalt | Vermischt mit Markup | In Feldern |
| Layoutänderung | Seite für Seite | Einmal am Element |
| Konsistenz | Hängt am Redakteur | Durch das Element gegeben |
| Responsive | Muss mitgedacht werden | Im Element gelöst |
| Bedienung | HTML-Kenntnisse nötig | Formularfelder |
Warum das bei mehreren Redakteuren entscheidend ist
Drei Leute, die HTML in Textfelder schreiben, produzieren drei Gestaltungsvarianten. Nach einem halben Jahr sieht keine Seite aus wie die andere, und niemand kann das nachträglich vereinheitlichen, ohne jede Seite anzufassen.
Der Wartungsaspekt
Soll eine Vergleichstabelle künftig anders aussehen, ändert man bei getrennter Gestaltung das Element — und alle Seiten übernehmen die Änderung. Bei handgeschriebenem HTML ändert man vierzig Seiten einzeln.
Kann rohes HTML und JSON-LD ausgegeben werden?
Ja, über ein spezielles Element, das den normalen Shopware-HTML-Sanitizer umgeht. Damit lassen sich Inhalte ausgeben, die sonst beim Speichern bereinigt würden — etwa eingebettete Widgets, spezielle Tabellenstrukturen oder eigenes JSON-LD.
Wofür das gebraucht wird
| Anwendung | Warum der Sanitizer stört |
|---|---|
| Eigenes JSON-LD | Script-Tags werden entfernt |
| Eingebettete Drittanbieter-Widgets | Attribute werden gestrippt |
| Komplexe Tabellenstrukturen | Verschachtelung wird vereinfacht |
| Spezielle Auszeichnungen | Unbekannte Attribute fallen weg |
Der Sicherheitsaspekt
Hier ist Klartext angebracht: Ein Element, das rohen Code ohne Bereinigung ausgibt, ist ein Einfallstor. Wer es bedienen darf, kann beliebiges HTML und JavaScript in die Storefront bringen — mit allen Folgen, die das haben kann.
Deshalb gilt: Dieses Element sollte ausschließlich vertrauenswürdigen Backend-Nutzern zur Verfügung stehen. Die Rechtevergabe läuft über die Shopware-eigenen Rollen und sollte bewusst gesetzt werden, nicht als Nebeneffekt einer großzügigen Administratorrolle.
Die Faustregel
Wenn ein Standardelement die Aufgabe lösen kann, nimm das Standardelement. Der rohe Output ist für die Fälle gedacht, in denen es keine Alternative gibt — nicht als bequemer Weg um die Bereinigung herum.
JSON-LD über dieses Element
Für strukturierte Daten ist der rohe Output ein möglicher Weg. In der Regel ist es der schlechtere: Die automatische Ausgabe aus gepflegten Feldern bleibt aktuell, handgeschriebenes JSON-LD nicht. Mehr dazu im Ratgeber zu strukturierten Daten.
Wie entstehen Inhaltsverzeichnisse, Tabs und Vergleiche?
Als eigene Elemente mit eigenen Konfigurationsfeldern. Das Inhaltsverzeichnis bezieht sich auf die Überschriften der Seite, Tabs bekommen Reiter mit jeweils eigenem Inhalt, der Vergleich Spalten und Zeilen als strukturierte Daten.
Inhaltsverzeichnis
Es entsteht aus den Überschriften und verlinkt per Sprungmarke. Wichtig ist, dass es sich automatisch aktualisiert, wenn Abschnitte dazukommen — ein manuell gepflegtes Verzeichnis ist nach der zweiten Ergänzung falsch.
Tabs
Sinnvoll, wenn eine Seite viel Information zu unterschiedlichen Aspekten enthält — Beschreibung, technische Daten, Anwendung, Lieferumfang. Der Inhalt bleibt im HTML vorhanden und ist erreichbar; er ist nur nicht alles gleichzeitig sichtbar.
| Sinnvoll bei | Ungeeignet bei |
|---|---|
| Getrennten Themenblöcken | Fortlaufendem Text |
| Technischen Daten | Argumentationsketten |
| Varianten desselben Inhalts | Kurzen Seiten |
Vergleich
Zwei bis vier Optionen mit denselben Kriterien nebeneinander. Der häufigste Fehler ist, zu viele Zeilen aufzunehmen — eine Tabelle mit 22 Kriterien beantwortet keine Frage, sie verschiebt sie. Sechs bis zehn aussagekräftige Zeilen wirken deutlich stärker.
Weitere Strukturelemente
| Element | Einsatz |
|---|---|
| Box | Abgesetzter Kasten für Zusammenfassungen |
| Hero | Einstiegsbereich mit Bild und Aussage |
| Story | Erzählende Abfolge aus Bild und Text |
| Quiz | Interaktive Kaufberatung |
| Countdown | Befristete Aktionen |
| Teilen | Social-Sharing-Funktionen |
| Galerie | Bildstrecken |
| Magazin-Teaser | Verweis auf Ratgeberartikel |
Der Magazin-Teaser ist dabei der Baustein, der Erlebniswelten und Ratgeberbereich verbindet — er bringt passende Artikel auf Kategorie- und Kampagnenseiten. Wie diese Verbindung strategisch aufgebaut wird, steht im Ratgeber zur internen Verlinkung.
Welche Elemente bringt der Ertragswerke Content Manager mit?
Rund zwanzig zusätzliche CMS-Elemente für den Erlebniswelten-Editor: Blocks Row, Box, Columns, Vergleich, Countdown, Galerie, Hero, Bild, Magazin-Teaser, Media-Text, Quiz, Raw und Schema, SEO-Text, Teilen, Story, Tabs, Testimonial, Inhaltsverzeichnis und USP.
Nach Aufgabe sortiert
| Aufgabe | Elemente |
|---|---|
| Struktur und Gliederung | Inhaltsverzeichnis, Tabs, Columns, Blocks Row |
| Hervorhebung | Box, Hero, USP, Hinweis |
| Vergleich und Entscheidung | Vergleich, Quiz |
| Text und Bild | Media-Text, Bild, Galerie, Story |
| Vertrauen | Testimonial |
| Verbindung zum Content | Magazin-Teaser |
| Aktion | Countdown, Teilen |
| SEO | SEO-Text, Raw und Schema |
Das Element mit besonderer Verantwortung
Raw und Schema gibt HTML und JSON-LD ohne den normalen Shopware-Sanitizer aus. Das ist die Fähigkeit, die kein Standardelement bietet — und die Fähigkeit, die man nicht jedem Backend-Nutzer geben sollte. Die Rechtevergabe gehört bewusst gesetzt.
Der Bezug zu Money Pages
Erlebniswelten sind häufig mit Kategorieseiten verknüpft. Deren Textfelder lassen sich aus dem Content Manager heraus redaktionell bearbeiten, statt über den Layout-Editor — was die Pflege erheblich vereinfacht. Details bei Money Pages.
Wo die Grenzen liegen
Es handelt sich um zusätzliche Elemente für den vorhandenen Editor, nicht um einen eigenen Page Builder. Die Bedienlogik, das Blocksystem und die Gestaltungsmöglichkeiten von Shopware bleiben unverändert — es kommen Bausteine dazu, keine neue Oberfläche.
Kompatibilität
Der Ertragswerke Content Manager ist mit Shopware 6.6 und 6.7 kompatibel. Die Elemente erscheinen in der regulären Elementauswahl des Erlebniswelten-Editors.
Häufige Fragen
Ersetzen die Elemente den Shopware-Editor?
Nein. Sie ergänzen die vorhandene Auswahl. Bedienung, Blocksystem und Layoutlogik bleiben die von Shopware.
Warum entfernt Shopware mein HTML?
Der Sanitizer bereinigt Inhalte aus Sicherheitsgründen. Für Fälle, in denen roher Output nötig ist, gibt es das Raw- und Schema-Element.
Wer sollte das Raw-Element bedienen dürfen?
Nur vertrauenswürdige Backend-Nutzer. Es gibt beliebiges HTML und JavaScript in die Storefront aus — die Rechtevergabe gehört bewusst gesetzt.
Sind Tabs schlecht für SEO?
Nicht, solange der Inhalt im HTML vorhanden und erreichbar ist. Kritisch wäre nur, Inhalte per Skript nachzuladen, die nie im Quelltext stehen.
Funktionieren die Elemente auf allen Seitentypen?
Sie stehen im Erlebniswelten-Editor zur Verfügung — also überall dort, wo Erlebniswelten eingesetzt werden, einschließlich Kategorieseiten.
Kann ich eigene Elemente ergänzen?
Das ist Entwicklungsarbeit über die regulären Shopware-Mechanismen. Für gängige Content-Formate lohnt sich die Prüfung, ob ein vorhandenes Element passt.
Wie viele Elemente sollte eine Seite haben?
So wenige wie möglich. Eine Seite aus vierzehn verschiedenen Elementtypen wirkt unruhig — meist reichen vier bis sechs, konsequent eingesetzt.
CMS-Elemente sind das gestalterische Werkzeug; die inhaltliche Wirkung entsteht durch Struktur, gepflegte Money Pages und saubere strukturierte Daten. Wie das zusammenläuft, zeigt der Shopware Content Manager.