Shopware Verfügbarkeit nach Lieferdatum berechnen
„Nicht auf Lager" ist eine Aussage über heute. Der Kunde, der für den 20. bestellt, interessiert sich nicht für heute — er will wissen, ob die Ware bis dahin da ist.
Diese beiden Fragen werden in den meisten Shops zusammengeworfen. Ergebnis: Ein Artikel, der in vier Tagen geliefert wird, blockiert eine Bestellung mit Wunschtermin in zwei Wochen. Der Kunde geht woanders hin, obwohl du liefern könntest. Dieser Artikel zeigt, wie sich Verfügbarkeit terminbezogen berechnen lässt.
Die Ertragswerke Warenwirtschaft kann die verkäufliche Menge abhängig vom geplanten Lieferdatum ermitteln — aus physischem Bestand, dem bis dahin eintreffenden freien Zulauf und den bereits versprochenen Mengen. Das Ergebnis wird in der Storefront angezeigt und als Obergrenze im Warenkorb durchgesetzt.
Wie wird die Verfügbarkeit zu einem zukünftigen Datum berechnet?
Aus dem physischen Bestand zuzüglich des Zulaufs, der bis zum gewählten Termin eintrifft, abzüglich aller Mengen, die bis dahin bereits anderen Bestellungen zugesagt sind. Das Ergebnis ist die Menge, die du für diesen Termin ohne Risiko verkaufen kannst.
Die Formel
Verfügbar zum Termin = physischer Bestand + Zulauf bis zum Termin − bereits zugesagte Mengen bis zum Termin
Warum das mehr ist als der heutige Bestand
Der heutige verfügbare Bestand ist ein Sonderfall dieser Rechnung — nämlich für den Termin „heute". Für jeden späteren Termin kommt der bis dahin eintreffende Zulauf hinzu. Je weiter der Termin in der Zukunft liegt, desto mehr Zulauf ist berücksichtigungsfähig.
| Wunschtermin | Bestand | Zulauf bis dahin | Zugesagt | Verfügbar |
|---|---|---|---|---|
| Heute | 12 | 0 | 0 | 12 |
| In 7 Tagen | 12 | 0 | 4 | 8 |
| In 14 Tagen | 12 | 60 | 4 | 68 |
| In 30 Tagen | 12 | 60 | 20 | 52 |
Zeile drei ist der Fall, um den es geht: Ein Artikel, der heute fast leer ist, kann in zwei Wochen problemlos in großer Menge geliefert werden.
Reicht der aktuelle Lagerbestand für einen späteren Liefertermin?
Nicht zwangsläufig — und das ist der zweite, oft übersehene Teil. Ein Bestand von 40 Stück heute bedeutet nicht, dass in drei Wochen noch 40 da sind. Zwischen heute und dem Wunschtermin werden andere Kunden bestellen und Lieferungen abgehen.
Der Denkfehler in beide Richtungen
| Annahme | Warum falsch |
|---|---|
| Heute leer heißt später leer | Zulauf wird ignoriert |
| Heute voll heißt später voll | Zwischenverkäufe werden ignoriert |
Die zweite Zeile ist die riskantere. Wer für einen Termin in vier Wochen den heutigen Bestand zusagt, verkauft dieselbe Ware möglicherweise mehrfach — einmal an den Terminkunden und dreimal an Sofortkäufer.
Was daraus folgt
Eine terminbezogene Verfügbarkeitsaussage muss beide Richtungen berücksichtigen: was bis dahin dazukommt und was bis dahin schon vergeben ist. Nur die Kombination ergibt eine belastbare Zahl.
Wann darf geplanter Zulauf berücksichtigt werden?
Wenn er verbindlich erfasst ist und sein erwartetes Lieferdatum vor dem Wunschtermin des Kunden liegt. Ein Zulauf ohne Termin lässt sich nicht einrechnen, weil er keine Aussage über die Zeit macht. Ein Zulauf, der nach dem Wunschtermin eintrifft, hilft für diesen Termin ebenfalls nicht.
Die Prüfkette
- Existiert ein erfasster Zulauf für diesen Artikel?
- Hat er ein erwartetes Lieferdatum?
- Liegt dieses Datum vor dem Wunschtermin des Kunden?
- Ist die Menge noch frei, also nicht bereits vorbestellt?
Nur wenn alle vier Punkte zutreffen, fließt der Zulauf in die Verfügbarkeit für diesen Termin ein. Wie geplanter und freier Zulauf definiert sind, steht im Ratgeber zum Warenbestand.
Der Puffer zwischen Anlieferung und Versandfähigkeit
Zwischen „Lieferung trifft ein" und „Ware ist versandfertig" liegt in der Praxis mindestens ein Tag: Vereinnahmung, Prüfung, Einlagerung. Eine Verfügbarkeitsaussage, die den Zulauf taggenau einrechnet, ist zu optimistisch. Ein Puffer von ein bis zwei Tagen macht die Zusage haltbar.
Wie zuverlässig ist der Lieferant?
Ein erwartetes Lieferdatum ist eine Prognose, keine Garantie. Bei Lieferanten, die regelmäßig später liefern, sollte der Puffer entsprechend größer sein — oder der Zulauf gar nicht erst für Terminzusagen freigegeben werden.
Wie werden bereits versprochene Mengen abgezogen?
Über die Reservierungen und Vorbestellungen, die auf denselben Zeitraum entfallen. Eine Bestellung mit Wunschtermin in zehn Tagen bindet Ware bis zu diesem Termin — sie steht einem Kunden mit Termin in zwölf Tagen nicht mehr zur Verfügung, obwohl sie physisch noch da ist.
Die zeitliche Betrachtung
| Vorgang | Menge | Termin | Wirkung |
|---|---|---|---|
| Bestand | 12 | – | Verfügbar ab sofort |
| Bestellung A | 4 | in 5 Tagen | Bindet 4 ab sofort |
| Zulauf | 60 | in 10 Tagen | Verfügbar ab Tag 10 |
| Vorbestellung B | 20 | in 12 Tagen | Bindet 20 ab Tag 10 |
| Anfrage C | ? | in 14 Tagen | 12 − 4 + 60 − 20 = 48 |
Kunde C bekommt 48 angeboten. Das ist weder der Bestand noch der Zulauf, sondern das Ergebnis der zeitlichen Verrechnung.
Warum das ohne System nicht funktioniert
Diese Rechnung von Hand für 3.000 Artikel und wechselnde Wunschtermine durchzuführen, ist ausgeschlossen. Deshalb wird in den meisten Shops entweder gar nicht terminbezogen verkauft oder pauschal zugesagt — und im zweiten Fall entstehen die Absagen, die den Ruf kosten.
Wie wird die bestellbare Menge im Warenkorb begrenzt?
Die berechnete Menge wird als Obergrenze durchgesetzt, nicht nur angezeigt. Eine Anzeige auf der Produktseite allein lässt sich umgehen: Warenkorb offen lassen, Menge erhöhen, bestellen. Die Prüfung muss deshalb im Warenkorb und erneut beim Bestellabschluss greifen.
Die drei Prüfpunkte
| Ort | Aufgabe |
|---|---|
| Produktseite | Anzeige der verfügbaren Menge zum gewählten Termin |
| Warenkorb | Durchsetzung als Obergrenze |
| Checkout | Erneute Prüfung vor dem Abschluss |
Der dritte Punkt fängt den Fall ab, dass zwischen Warenkorb und Bezahlung ein anderer Kunde dieselbe Ware gekauft hat. Ohne ihn gewinnt bei knappen Beständen die Reihenfolge des Zufalls.
Was der Kunde sehen sollte
Eine Begrenzung ohne Erklärung wirkt wie ein Fehler. Sinnvoll ist ein Hinweis, der die Zahl begründet: „Bis zum 20. sind 48 Stück lieferbar." Damit versteht der Kunde die Grenze — und erfährt gleichzeitig, dass ein späterer Termin mehr ermöglichen würde.
Wie arbeitet die Warenwirtschaft mit einem Lieferkalender zusammen?
Der Lieferkalender liefert das Datum, die Warenwirtschaft die Menge. Wählt ein Kunde einen Liefertermin, wird dieser Termin zur Bezugsgröße für die Verfügbarkeitsrechnung. Ohne Terminwahl gilt der frühestmögliche Versand als Bezugspunkt.
Das Zusammenspiel
- Kunde wählt einen Wunschtermin
- Die Warenwirtschaft berechnet die zu diesem Termin verfügbare Menge
- Die Menge wird angezeigt und im Warenkorb durchgesetzt
- Nach der Bestellung bindet die Menge Bestand beziehungsweise Zulauf für diesen Termin
- Die Bedarfsplanung rechnet mit der zugesagten Menge weiter
Warum das für Terminlieferungen entscheidend ist
Wer mit festen Lieferterminen arbeitet — Frischelieferungen, Zustellfenster, Baustellenanlieferungen — verkauft ohnehin in die Zukunft. Ohne terminbezogene Verfügbarkeit wird dabei entweder zu vorsichtig zugesagt oder zu großzügig. Beides kostet: einmal Umsatz, einmal Vertrauen.
Was die Warenwirtschaft dabei beiträgt
| Beitrag | Grundlage |
|---|---|
| Physischer Bestand | Bestandsführung über alle verkäuflichen Lager |
| Zulauf bis zum Termin | Erfasste Lieferantenbestellungen mit Lieferdatum |
| Bereits zugesagte Mengen | Reservierungen und Vorbestellungen |
| Obergrenze | Durchsetzung im Warenkorb |
Wo die Grenzen liegen
Die Rechnung ist nur so gut wie die Zulaufdaten. Ein Lieferdatum, das nicht gepflegt oder nicht aktualisiert wird, führt zu Zusagen, die nicht haltbar sind. Ebenso wenig enthalten ist eine automatische Anpassung des Termins bei Lieferverzug — verschiebt sich eine Lieferung, muss der Zulauftermin korrigiert werden, damit die Verfügbarkeit stimmt.
Kompatibilität
Die Ertragswerke Warenwirtschaft ist mit Shopware 6.6 und 6.7 kompatibel. Die berechnete Menge wirkt auf den regulären Shopware-Warenkorb und den Standard-Checkout.
Häufige Fragen
Was passiert ohne gewählten Liefertermin?
Dann gilt der frühestmögliche Versand. Die Berechnung entspricht dann der klassischen Verfügbarkeitsprüfung gegen den aktuellen Bestand.
Wird der Zulauf taggenau eingerechnet?
Sinnvoll ist ein Puffer zwischen erwarteter Anlieferung und Versandfähigkeit. Ohne diesen Puffer entstehen Zusagen, die an der Vereinnahmung scheitern.
Was, wenn der Lieferant später liefert?
Der Zulauftermin muss korrigiert werden. Bereits erteilte Zusagen sind dann betroffen — eine aktive Information der Kunden ist in diesem Fall der bessere Weg.
Kann ein Kunde Bestand und Zulauf mischen?
Ja. Ein Teil aus dem Lager, ein Teil aus der erwarteten Lieferung — je nach Versandeinstellung als Teillieferung oder komplett zum späteren Termin.
Sieht der Kunde, worauf die Menge beruht?
Er sieht die verfügbare Menge und idealerweise den Termin, für den sie gilt. Die interne Herleitung aus Bestand, Zulauf und Reservierungen bleibt im Backend.
Gilt die Berechnung auch für Varianten?
Ja. Bestand und Zulauf werden je Variante geführt, entsprechend auch die Verfügbarkeit.
Was ist mit Artikeln ohne erfassten Zulauf?
Für sie gilt der aktuelle Bestand, unabhängig vom Termin. Ohne erfassten Zulauf gibt es nichts einzurechnen.
Terminbezogene Verfügbarkeit ist die konsequente Fortsetzung von Bestandsführung und Vorbestellungen. Wie diese Rechnung aus den Lagerdaten entsteht, zeigt die Shopware Warenwirtschaft.