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Shopware Warenwirtschaft

Shopware Inventur: Lagerwert zum Stichtag dokumentieren

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Zum Jahresabschluss braucht die Steuerberatung eine Zahl: Was war dein Lager am 31.12. wert? Bei den meisten Shopware-Händlern beginnt an dieser Stelle eine Rekonstruktion aus Rechnungen, Excel-Dateien und Erinnerung — im Februar, für einen Stichtag, der sechs Wochen zurückliegt.

Dabei ist die Zahl kein Geheimnis. Sie ergibt sich aus dem Bestand und dem Einkaufspreis, und beides ist bekannt. Das Problem ist nicht die Rechnung, sondern dass niemand sie zum richtigen Zeitpunkt festgehalten hat. Dieser Artikel zeigt, wie ein Lagerwert entsteht, warum der Stichtag entscheidend ist und was ein Snapshot leistet.

Die Ertragswerke Warenwirtschaft berechnet den Warenwert laufend und speichert Snapshots, sodass sich der Lagerwert bis zu einem gewählten Datum zurückblicken lässt. Eine Einordnung vorweg: Eine mobile geführte Zählinventur mit Zähllisten oder Scanner ist in der aktuellen Version nicht enthalten — der Artikel erklärt, was das praktisch bedeutet.

Wie lässt sich der Lagerwert in Shopware ermitteln?

Aus dem physischen Bestand je Artikel multipliziert mit dem Einkaufspreis, summiert über das gesamte Sortiment. Shopware liefert dafür keine Grundlage, weil es weder Einkaufspreise noch den physischen Bestand kennt — es führt nur die verkäufliche Menge. Beide fehlenden Größen bringt eine Warenwirtschaft mit.

Die Rechnung

Lagerwert = Σ (physischer Bestand × Einkaufspreis)

Artikel Bestand EK netto Wert
Reinigungskonzentrat 10 l 48 24,80 € 1.190,40 €
Handschuhe Nitril, Karton 32 41,50 € 1.328,00 €
Wischbezug Mikrofaser 260 2,15 € 559,00 €
Summe 3.077,40 €

Warum der physische Bestand gemeint ist

Nicht der verfügbare. Reservierte Ware liegt noch im Lager und gehört bis zum Versand dir — sie gehört damit in den Lagerwert. Wer gegen die verkäufliche Menge rechnet, weist seinen Bestand systematisch zu niedrig aus. Der Unterschied zwischen den Bestandsarten ist im Ratgeber zum Warenbestand erklärt.

Warum der Einkaufspreis die kritische Größe ist

Der Bestand ist meist bekannt. Der Einkaufspreis oft nicht — jedenfalls nicht der, zu dem die noch vorhandene Ware tatsächlich eingekauft wurde. Genau deshalb ist der Wareneingang der entscheidende Moment: Dort wird der EK erfasst, und ohne diese Erfassung bleibt jede spätere Bewertung eine Schätzung.


Warum ist der Inventurstichtag wichtig?

Weil ein Lagerwert nur mit Datum eine Aussage ist. Der Bestand verändert sich täglich; ein Wert ohne Stichtag lässt sich weder prüfen noch mit einem Vorjahreswert vergleichen. Für den Jahresabschluss zählt der Wert zu einem bestimmten Tag — und der lässt sich im Nachhinein nur rekonstruieren, wenn die Daten dafür vorliegen.

Was am Stichtag zusammenkommt

  • der physische Bestand aller Artikel zu diesem Tag
  • der jeweils gültige Einkaufspreis
  • die gewählte Bewertungsmethode
  • auch gesperrte Bestände, etwa Ware in der Retourenprüfung

Der letzte Punkt wird gern übersehen. Ware im Sperrlager ist nicht verkäuflich, gehört dir aber trotzdem und steht im Bestand. Details bei Retouren und Sperrlager.

Das Rekonstruktionsproblem

Ohne festgehaltenen Stichtagswert bleibt im Februar nur der Rückweg: aktueller Bestand, minus alle Zugänge seit dem 31.12., plus alle Abgänge. Das funktioniert theoretisch, setzt aber ein lückenloses Bewegungsprotokoll voraus — und ist selbst dann eine Stunde Arbeit für eine Zahl, die man hätte speichern können.


Wie wird ein Warenwert-Snapshot gespeichert?

Als festgehaltener Wert zu einem Zeitpunkt: Bestand, Bewertung und Summe werden gespeichert und bleiben unverändert, auch wenn sich der Bestand danach ändert. Ein Snapshot ist damit eine Momentaufnahme und keine Berechnung, die bei jedem Aufruf neu läuft.

Warum die Unveränderlichkeit zählt

Ein Wert, der sich rückwirkend ändert, taugt nicht für einen Abschluss. Würde die Ansicht den Lagerwert vom 31.12. bei jedem Aufruf neu berechnen, käme im Juni möglicherweise eine andere Zahl heraus als im Februar — etwa weil ein Einkaufspreis zwischenzeitlich korrigiert wurde. Ein gespeicherter Snapshot bleibt, was er war.

Live-Berechnung Gespeicherter Snapshot
Wert am 31.12. Wird jedes Mal neu ermittelt Einmal festgehalten
Bei nachträglicher EK-Korrektur Ändert sich Bleibt stabil
Für den Abschluss Unbrauchbar Belastbar
Vergleich über Zeit Nicht möglich Möglich

Wann Snapshots entstehen sollten

Mindestens zum Geschäftsjahresende. Sinnvoll sind zusätzlich Quartals- oder Monatswerte — nicht wegen der Steuer, sondern weil sich daraus die Entwicklung des gebundenen Kapitals ablesen lässt. Ein Lagerwert, der über zwölf Monate um vierzig Prozent gewachsen ist, ohne dass der Umsatz mitgewachsen wäre, ist eine Information, die man haben will.


Kann der Lagerwert rückwirkend angezeigt werden?

Über die gespeicherten Snapshots. Wählst du ein Datum, wird der zu diesem Zeitpunkt gültige Wert beziehungsweise der letzte davor gespeicherte Snapshot dargestellt. Damit lässt sich die Entwicklung nachvollziehen, ohne den Bestand rückwärts rekonstruieren zu müssen.

Was daraus ablesbar ist

Beobachtung Mögliche Bedeutung
Lagerwert steigt, Umsatz nicht Zu viel gebundenes Kapital
Lagerwert fällt stark Unterdeckung droht
Sprung nach oben Große Einzellieferung oder Saisonaufbau
Konstant trotz Wachstum Effizientere Disposition

Die Grenze der Rückschau

Snapshots existieren erst ab dem Zeitpunkt, an dem sie erstellt wurden. Für die Zeit davor gibt es keine Werte — das ist der Grund, warum es sich lohnt, direkt nach der Einrichtung einen ersten Snapshot zu setzen, selbst wenn er mitten im Jahr liegt.


Welche Bewertungsmethode wird verwendet?

Wählbar sind AVCO, FIFO und LIFO. Die Methode entscheidet, mit welchem Einkaufspreis die noch vorhandene Ware bewertet wird — bei schwankenden Einkaufspreisen führt das zu spürbar unterschiedlichen Lagerwerten für denselben physischen Bestand.

Die drei Methoden in einem Satz

Methode Bewertet mit
AVCO Gleitendem Durchschnitt aller Zugänge
FIFO Preisen der jüngsten Zugänge, da die ältesten als verbraucht gelten
LIFO Preisen der ältesten Zugänge, da die jüngsten als verbraucht gelten

Warum die Wahl konsistent bleiben muss

Ein Methodenwechsel verändert den Lagerwert, ohne dass sich am Bestand etwas ändert. Das macht Jahresvergleiche unbrauchbar und ist steuerlich erklärungsbedürftig. Die Methode gehört einmal mit der Steuerberatung festgelegt und danach beibehalten.

Wie sich die drei Verfahren an einem Zahlenbeispiel unterscheiden, zeigt der Ratgeber zur Lagerbewertung mit AVCO, FIFO und LIFO. Dieser Artikel hier beschreibt die praktische Speicherung eines Stichtagswerts, jener die Berechnungsmethoden dahinter.

Die Ausführungen ersetzen keine steuerliche Beratung. Die Wahl der Bewertungsmethode und ihre Anwendung gehören mit deiner Steuerberatung abgestimmt.


Was zeigt der Inventurverlauf?

Die gespeicherten Snapshots in zeitlicher Folge — also die Entwicklung des Lagerwerts über die Zeit. Daraus wird sichtbar, wie sich das im Lager gebundene Kapital verändert und ob Disposition und Absatz zueinander passen.

Wofür der Verlauf im Alltag taugt

Der Jahresabschluss ist der offensichtliche Zweck, aber nicht der nützlichste. Interessanter ist die laufende Beobachtung:

  • Wächst der Lagerwert schneller als der Umsatz, bindest du zunehmend Kapital
  • Fällt er vor der Saison, wird es eng
  • Springt er ohne erkennbaren Anlass, lohnt ein Blick ins Bewegungsprotokoll

Was der Verlauf nicht ersetzt

Er zeigt Werte, keine Ursachen. Warum der Lagerwert im März gestiegen ist, beantwortet erst das Bewegungsprotokoll mit den einzelnen Wareneingängen. Beide gehören zusammen: der Verlauf als Signal, das Protokoll als Erklärung.


Wie setzt die Ertragswerke Warenwirtschaft die Stichtagsbewertung um?

Sie berechnet den Warenwert aus physischem Bestand und Einkaufspreis nach der gewählten Methode, speichert Warenwert-Snapshots und stellt die Entwicklung beziehungsweise den letzten Snapshot bis zu einem gewählten Datum dar. Grundlage sind die beim Wareneingang erfassten Einkaufspreise und das Bewegungsprotokoll.

Was zusammenspielt

Baustein Beitrag zur Bewertung
Wareneingang Erfasst den EK zum Zeitpunkt der Lieferung
Bewegungsprotokoll Dokumentiert jede Änderung mit Menge und EK
Multilager Physischer Bestand über alle Lager, auch gesperrte
Bewertungsmethode AVCO, FIFO oder LIFO
Snapshot Hält das Ergebnis zum Stichtag fest

Was ausdrücklich nicht enthalten ist

Hier lohnt Klartext, weil der Begriff Inventur mehr verspricht, als das Plugin einlöst. Nicht Bestandteil der aktuellen Version sind:

  • eine mobile geführte Zählinventur
  • generierte Zähllisten für die Erfassung im Lager
  • Barcodescanner-Unterstützung bei der Zählung
  • ein Abgleich gezählter Istbestände aus einer Excel-Datei

Was das Plugin leistet, ist die wertmäßige Seite: Berechnung, Snapshot, Stichtagsansicht, Verlauf. Die körperliche Zählung selbst — falls du sie durchführst — bleibt ein separater Vorgang, dessen Ergebnis über Bestandskorrekturen ins System kommt. Jede Korrektur landet dabei im Bewegungsprotokoll und erklärt die Differenz.

Kompatibilität

Die Ertragswerke Warenwirtschaft ist mit Shopware 6.6 und 6.7 kompatibel. Die Bewertung greift auf dieselbe Datenbasis zu wie Bestand und Wareneingang.


Häufige Fragen

Ersetzt das Plugin die körperliche Inventur?

Nein. Es liefert die wertmäßige Seite — Berechnung, Snapshot und Stichtagsansicht. Eine geführte Zählung mit Zähllisten oder Scanner ist nicht enthalten.

Wie bekomme ich gezählte Istbestände ins System?

Über Bestandskorrekturen. Jede Korrektur wird mit Menge, Zeitpunkt und Notiz protokolliert, sodass die Differenz nachvollziehbar bleibt.

Zählt reservierte Ware in den Lagerwert?

Ja. Sie liegt im Lager und gehört bis zum Versand dir.

Zählt Ware im Sperrlager mit?

Ja. Sie ist nicht verkäuflich, aber Teil deines Bestands und damit deines Lagerwerts.

Wie oft sollte ich einen Snapshot erstellen?

Mindestens zum Geschäftsjahresende. Monats- oder Quartalswerte lohnen sich zusätzlich, um die Entwicklung des gebundenen Kapitals zu sehen.

Kann ich die Bewertungsmethode später wechseln?

Technisch ja, betriebswirtschaftlich problematisch. Ein Wechsel verändert den Wert ohne Bestandsänderung und macht Jahresvergleiche unbrauchbar — das gehört mit der Steuerberatung besprochen.

Was passiert mit Artikeln ohne hinterlegten Einkaufspreis?

Sie fließen mit null in die Bewertung ein und verzerren das Ergebnis. Deshalb lohnt es sich, den EK bei jedem Wareneingang mitzuführen.


Die Stichtagsbewertung ist der Endpunkt einer Kette, die beim Wareneingang beginnt und über Bestandsführung und Lagerbewertung läuft. Wie das zusammenläuft, zeigt die Shopware Warenwirtschaft.