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Shopware Warenwirtschaft

Shopware Lagerverwaltung: Bestände direkt im Shop verwalten

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Shopware weiß, wie viele Stück du noch verkaufen kannst. Was es nicht weiß: wie viele davon gerade im Regal liegen, welche schon einem Kunden gehören, was beim Lieferanten unterwegs ist und was der Bestand eigentlich wert ist.

Für einen kleinen Shop reicht die eine Zahl. Sobald mehrere Lieferanten, größere Bestellmengen oder ein zweites Lager dazukommen, wandert die Lagerhaltung in Excel — und ist ab dem nächsten Verkaufstag veraltet. Dieser Artikel zeigt, was eine Lagerverwaltung leisten muss, welche Bestandswerte sie unterscheiden muss und wie der operative Lagerkreislauf in Shopware 6 tatsächlich aussieht.

Die Ertragswerke Warenwirtschaft bildet genau diesen Kreislauf direkt im Backend ab — von der Lieferantenbestellung über den Wareneingang bis zur Umlagerung und Retoure. Der Vorteil gegenüber einem angebundenen Fremdsystem ist banal und entscheidend zugleich: Es gibt nur eine Datenbasis, also auch keinen Zeitversatz zwischen Shop und Lager.

Was gehört zu einer Shopware Lagerverwaltung?

Eine Lagerverwaltung führt den Bestand nicht als eine Zahl, sondern als Zustand: was physisch vorhanden ist, was reserviert ist, was verkauft werden darf und was unterwegs ist. Dazu kommen die Bewegungen — Wareneingang, Umlagerung, Retoure, Abschreibung — und die Dokumentation, wann welche Menge aus welchem Grund gebucht wurde.

Die vier Aufgabenbereiche

Bereich Was dahintersteckt
Bestandsführung Physisch, reserviert, verfügbar, Zulauf, freier Zulauf
Bewegungen Eingang, Umlagerung, Retoure, Abschreibung, Korrektur
Beschaffung Lieferanten, Einkaufspreise, Bestellungen, Nachschubplanung
Bewertung Lagerwert, Bewertungsmethode, Stichtagsdokumentation

Was keine Lagerverwaltung ist

Eine Bestandszahl im Produktstamm ist noch keine Lagerverwaltung — sie ist eine Verkaufssperre. Der Unterschied zeigt sich beim ersten Rückläufer: Ohne Lagerverwaltung erhöhst du irgendeine Zahl und hoffst, dass die Ware in Ordnung war. Mit Lagerverwaltung buchst du sie in ein Sperrlager, prüfst sie und entscheidest danach.


Kann Shopware als Lagerverwaltung genutzt werden?

Als Basis ja, als vollständige Lagerverwaltung nicht. Shopware führt je Produkt einen Lagerbestand und verhindert Verkäufe darüber hinaus — das ist für den Verkaufsprozess korrekt und ausreichend. Für Einkauf und Lagerhaltung fehlen jedoch die Trennung der Bestandsarten, die Erfassung von Zulauf und Lieferanten sowie jede Form der Bewegungsdokumentation.

Was Shopware im Standard leistet

  • Bestand je Produkt und Variante
  • Verkaufssperre bei Bestand null, sofern konfiguriert
  • Lieferzeitangaben je Produkt
  • Bestandsanzeige in Backend und Storefront

Was für die Lagerhaltung fehlt

  • Trennung zwischen physischem und verfügbarem Bestand
  • Erfassung erwarteter Lieferungen als geplanter Zulauf
  • Lieferantenstammdaten mit Einkaufspreisen und Gebindegrößen
  • Buchung von Wareneingängen aus einem Lieferantenbeleg
  • mehrere Lager und Umlagerungen zwischen ihnen
  • Protokoll darüber, wer wann welche Menge warum gebucht hat
  • Lagerwert und Bewertungsmethode

Das ist keine Kritik an Shopware. Ein Shopsystem ist für den Verkauf gebaut, nicht für die Beschaffung. Die Lagerebene kommt entweder über ein externes System mit Schnittstelle oder über eine Erweiterung, die direkt im Backend arbeitet.


Welche Bestandswerte muss eine Lagerverwaltung unterscheiden?

Mindestens fünf: physischer Bestand, reservierter Bestand, verfügbarer Bestand, geplanter Zulauf und freier Zulauf. Eine einzelne Zahl kann nicht gleichzeitig beantworten, was im Regal liegt und was noch verkauft werden darf — genau diese Verwechslung führt zu Überverkäufen und zu Bestellungen, die niemand braucht.

Die Werte an einem Beispiel

Wert Menge Aussage
Physisch 100 Liegt im Lager
Reserviert 30 Durch offene Bestellungen gebunden
Verfügbar 70 Kann noch verkauft werden
Geplanter Zulauf 50 Beim Lieferanten bestellt
Davon vorbestellt 20 Bereits an Kunden vergeben
Freier Zulauf 30 Kommt und ist noch frei

Warum die Unterscheidung praktisch zählt

Ein Einkäufer, der nur „70 verfügbar" sieht, bestellt möglicherweise nach — obwohl 50 Stück bereits unterwegs sind. Ein Lagermitarbeiter, der nur „70" sieht, sucht 30 Stück, die tatsächlich im Regal liegen und nur schon vergeben sind. Beide Fehler kosten Zeit, und beide entstehen aus derselben fehlenden Differenzierung.

Wie sich diese Werte berechnen und im Alltag lesen lassen, vertieft der Ratgeber zum Warenbestand in Shopware.


Wie sieht der operative Lagerkreislauf aus?

Ware wird beim Lieferanten bestellt, als Zulauf vorgemerkt, geliefert, eingebucht, durch Kundenbestellungen reserviert, verkauft, gegebenenfalls umgelagert und im Rückläuferfall wieder eingebucht. Jede dieser Stationen verändert einen anderen Bestandswert — und genau deshalb muss eine Lagerverwaltung sie unterscheiden können.

Die Stationen im Überblick

Station Was sich ändert
Bestellung beim Lieferanten Geplanter Zulauf steigt
Kundenvorbestellung Freier Zulauf sinkt
Wareneingang Physisch steigt, Zulauf sinkt
Kundenbestellung Reserviert steigt, verfügbar sinkt
Versand Physisch und reserviert sinken
Umlagerung Bestand wandert zwischen Lagern
Retoure Sperrlagerbestand steigt
Freigabe nach Prüfung Sperrlager sinkt, Hauptlager steigt
Abschreibung Bestand sinkt, Warenwert sinkt

Der kritische Übergang

Die fehleranfälligste Stelle ist der Wareneingang. Wird die Lieferung eingebucht, ohne den erwarteten Zulauf zu reduzieren, steht dieselbe Ware doppelt im System — einmal physisch, einmal weiterhin als unterwegs. Die Bedarfsplanung rechnet danach mit Mengen, die es nicht gibt.


Wie werden Wareneingänge und Lagerbewegungen dokumentiert?

Über ein Bewegungsprotokoll, das jede Buchung mit Zeitpunkt, Artikel, Menge, Grund und Einkaufspreis festhält. Dokumentiert werden Wareneingänge, Retouren, Abschreibungen, Umlagerungen und manuelle Korrekturen. Ohne dieses Protokoll lässt sich eine Bestandsabweichung nicht aufklären — man sieht nur, dass die Zahl nicht stimmt.

Was in eine Buchungszeile gehört

  • Zeitpunkt und auslösender Benutzer
  • Artikel und betroffene Menge
  • Bewegungsart: Eingang, Umlagerung, Retoure, Abschreibung, Korrektur
  • betroffenes Lager beziehungsweise Quelle und Ziel
  • Einkaufspreis zum Zeitpunkt der Buchung
  • Notizfeld für den Grund

Das Notizfeld wird gern weggelassen und ist der wertvollste Teil. „Korrektur -3" sagt in sechs Wochen niemandem etwas. „Korrektur -3, Bruch bei Anlieferung, Foto an Lieferant" schon.

Warum der Einkaufspreis mitwandert

Ohne den EK zum Buchungszeitpunkt lässt sich der Lagerwert nicht rekonstruieren. Genau darauf setzen die Bewertungsmethoden auf — bei FIFO ist entscheidend, zu welchem Preis die älteste noch vorhandene Menge eingekauft wurde.


Wann benötigt ein Shop mehrere Lager?

Sobald Ware an mehr als einem Ort liegt oder Bestände unterschiedlich behandelt werden müssen. Der offensichtliche Fall sind mehrere Standorte. Der häufigere Fall ist ein Sperrlager: Rückläufer, beschädigte Ware oder Ware in Prüfung sollen physisch vorhanden, aber nicht verkäuflich sein.

Typische Konstellationen

Situation Lösung über Lager
Zweiter Standort oder Filiale Eigenes verkäufliches Lager
Retourenprüfung Nicht verkäufliches Sperrlager
Beschädigte Ware vor Abschreibung Nicht verkäufliches Lager
Kommissionsware Getrenntes Lager zur Auswertung
Ware in Quarantäne oder Prüfung Gesperrtes Lager

Der wichtige Punkt: Ein Lager als nicht verkäuflich zu kennzeichnen ist kein Nebenfeature, sondern der Mechanismus, der verhindert, dass ungeprüfte Rückläufer sofort wieder im Shop erscheinen.

Details dazu in den Ratgebern zu Multilager und Umlagerungen.


Wie verbindet die Ertragswerke Warenwirtschaft Lager und Onlineshop?

Sie arbeitet im selben System. Bestandswerte, Zulauf, Reservierungen und Lagerbewegungen liegen in derselben Datenbank wie Produkte und Bestellungen — es gibt keine Synchronisation, keinen Abgleichlauf und keinen Zeitversatz. Die ergänzten Bestandswerte erscheinen zusätzlich in der nativen Shopware-Produktliste.

Das Delta-Prinzip

Ein technisches Detail mit spürbarer Wirkung: Bei Bestandsänderungen arbeitet die Warenwirtschaft mit Deltas und überschreibt nicht bei jeder Aktion blind den gesamten Shopware-Bestand. Das klingt nach einer Implementierungsfrage, verhindert aber ein Fehlerbild, das bei gekoppelten Systemen regelmäßig auftritt: Ware, die bereits verkauft wurde, erscheint durch eine spätere Neuberechnung wieder im Bestand — und wird ein zweites Mal verkauft.

Was die Warenwirtschaft im Lagerkreislauf abdeckt

Station Umsetzung
Lieferantenbestellung Excel-Export oder E-Mail-Versand nach Vorschau
Geplanter Zulauf Erfassung mit erwartetem Lieferdatum
Wareneingang Beleg-Import aus XLSX, XLS, CSV oder PDF
Bestandswerte Verfügbar, reserviert, physisch, Zulauf, freier Zulauf
Reservierungen Detailansicht mit Kunde, Bestellnummer und Menge
Mehrere Lager Je Lager verkäuflich oder gesperrt, Umlagerung mit Protokoll
Retoure Buchung in ein nicht verkäufliches Sperrlager
Haltbarkeit MHD, Chargen und FEFO-Verbrauch
Bewertung AVCO, FIFO oder LIFO mit Stichtags-Snapshots

Wo die Grenzen liegen

Damit die Erwartung stimmt: Die Warenwirtschaft ist kein vollständiges ERP. Finanzbuchhaltung, CRM, Personalverwaltung und umfassende Versandsteuerung gehören nicht dazu. Ebenso wenig Barcode-Scanning, Kommissionierung, Etikettendruck oder Marktplatzanbindungen. Sie deckt Lager, Bestand, Einkauf und Bewertung ab — diesen Bereich dafür vollständig.

Kompatibilität

Die Ertragswerke Warenwirtschaft ist mit Shopware 6.6 und 6.7 kompatibel. Sie führt eigene Zusatzdaten und greift nicht so tief in die Shopware-Bestandslogik ein, dass nach einer Deinstallation unbrauchbare Bestände zurückbleiben.


Häufige Fragen

Brauche ich für eine Lagerverwaltung ein externes System?

Für die Prozesse Bestand, Zulauf, Wareneingang, Lieferanten, Umlagerung, Retouren und Bewertung nicht. Für Finanzbuchhaltung oder umfassende Versandsteuerung dagegen schon.

Was passiert mit meinem bestehenden Shopware-Bestand?

Er bleibt die Grundlage. Die Warenwirtschaft ergänzt die zusätzlichen Bestandsarten und schreibt Änderungen als Delta zurück, statt den Wert komplett zu überschreiben.

Kann ich Lagerbestände weiterhin manuell korrigieren?

Ja. Wichtig ist nur, dass jede Korrektur mit Grund im Bewegungsprotokoll landet — sonst ist eine spätere Abweichung nicht mehr aufklärbar.

Unterstützt die Lagerverwaltung Lagerplätze?

Nein. Bestände werden je Lager geführt, nicht je Regalplatz. Chaotische Lagerhaltung mit Platzverwaltung ist nicht Bestandteil der aktuellen Version.

Wie wird mit Varianten umgegangen?

Wie mit eigenständigen Artikeln. Jede Variante hat ihren eigenen Bestand, Zulauf und Einkaufspreis.

Sieht der Kunde die zusätzlichen Bestandswerte?

Nein. Physischer Bestand, Reservierungen und Zulauf sind Backend-Informationen. In der Storefront erscheint die verkäufliche Menge, gegebenenfalls abhängig vom gewünschten Lieferdatum.

Wie aufwendig ist die Einführung?

Die Installation ist schnell erledigt. Der Zeitfaktor liegt bei den Stammdaten — Lieferanten zuordnen, Einkaufspreise hinterlegen, Gebindegrößen pflegen. Das lohnt sich, weil darauf jede spätere Auswertung aufbaut.


Lagerverwaltung ist der Rahmen; die Tiefe steckt in den einzelnen Prozessen — Wareneingang, Lieferantenverwaltung, Bedarfsplanung und Lagerbewertung. Wie sie in einem System zusammenlaufen, zeigt die Shopware Warenwirtschaft.